Mittwoch, 15. Dezember 2010

66 Lambda λ zieht ein

Heute habe ich gelernt, wie man Zeitangaben für die Lieferung nicht machen sollte, wenn man unpassenden Interpretationsspielraum, der sich dann in verspäteter Lieferung bemerkbar macht, vermeiden möchte.

"Am Dienstag schaffen wir es nur noch spät mit der Lieferung." sagte der Verkäufer zu mir, als ich meine Bestellung für Dämmmaterial am Freitag abgebe.
"Ist Ok." antworte ich, "Mittwoch reicht auch noch. Dann aber früh."
"Ok, ich setze Sie gleich auf 7.00 Uhr."
"Oh, das ist etwas früh. Ab neun ist es besser, um neun reicht."

Um 9.00 Uhr warten wir an der Straße auf den LKW. Ludwig war schon etwas eher da, um alles für die Lieferung und die heutige Arbeit vorzubereiten. Der Schnee fällt in dicken, samtigweichen Flocken. Wirklich schön! Und wirklich unpassend, falls man an den Verkehrsfluss auf den Straßen in und um Berlin denkt. Nach einer halben Stunde sind meine Füße in dem hübschen Schneegestöber bereits taub geworden.
"Ich geh mal rein Ludwig."
Ludwig entscheidet sich, an der Straße zu warten.
"Immer no koina da." äußert er sich, als er ein paar Minuten später durch die Tür tritt.
Wir warten. Gehen mal vor zur Straße. Und wieder zurück. Zwischendurch überlegen wir, was wir in der Zwischenzeit tun könnten. Nichts macht Sinn, weil wir sonst die Säge wieder aufbauen müssten, die wir ja eigens für die Dämmungsarbeiten heute abgebaut haben.
Um 10 vor 10 frage ich telefonisch nach.
"Der Fahrer steht gerade neben mir."
"Wie bitte? Er wollte um 9 hier sein."
"Er kommt gerade von einer anderen Tour. Und, Sie können es sich denken, das Wetter."
"Wann ist er denn dann hier?"
"In einer Stunde."
Eine Stunde. Also warten wir weiter. Ludwig reißt sich sehr zusammen, um die verlorenen Zeit nicht ständig zu erwähnen.
"Zwei Stunden!" sagt er immer wieder "Wir haben zwei Stunden verloren. Ich sag Dir, die haben uns einfach ans Ende der Liefertour gesetzt. Ich kenne diese Tourplaner." 
Dann steht der Lastwagenfahrer endlich am Törchen und lacht. Fast zweieinhalb Stunden später als erwartet.
"Um neun wollten Sie hier sein!" Ludwig ist einen Hauch von entrüstet.
"Ab neun steht bei mir. Das heißt für mich zwischen 9 und 19 Uhr."
"Das ist nicht Ihr Ernst," gebe ich zu bedenken. "Um neun Uhr hatte ich gesagt. Wir haben keine andere Arbeit zu tun heut und warten hier seit 9.00 Uhr aus Sie."
"Oh, das tut mir leid!" erwidert der strahlende Fahrer.
Man kann ihm nicht wirklich böse sein. Dass er uns noch hilft, die Rollen zum Haus zu tragen, seine letzte Lieferung auf dem Wagen übrigens, macht es ein bisschen besser, wenn auch nicht viel. Und dass wir dann noch gwschind zum Baumarkt müssen, um ein größeres Messer zu kaufen für das neue Dämmmaterial, auch nicht.
"Drei Stunden!" sagt Ludwig "Wir haben drei Stunden verloren."

Lambda λ zieht ein. Tatsächlich und wirklich!!


Ludwig trägt die Rolle
...und ich mache mir den Schnee zunutze.

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