Der Ringanker ist drauf. Er ist drauf, drauf, drauf! Fertig, rundum! U-Steine gemauert, Stahl rein, Beton gegossen. Nicht zu vergessen der Wärmedraht, geniale Idee. Wie man sich vorstellen kann, ist es der schönste Ringanker der Welt! Logisch, und natürlich völlig wertfrei gewertet. Weil er sich ja auf der Mauer meines Häuschens befindet, und gerade noch so vor dem richtigen Wintereinbruch fertig geworden ist.
Die Sonne scheint, als ich in den Garten komme. Die Musketiere zeigen bereits vollen Einsatz im Kampf der Gerechten. Dabei ergänzen sie sich wunderbar: Athos mauert, Porthos sägt die Steine zu, während Aramis das Ganze durch aktive Beihilfe steuert.
Porthos sieht mit seiner steinstaubbenetzten Zipfelmütze eher wie ein Schlumpf aus.
"Wenn der Mörtel knapp werden sollte, kein Problem," verlautet er in die Runde "ich habe davon noch reichlich in der Nase."
Ich bin überglücklich und schenke eine Runde frisch gebrühten Schutzengeltee aus. Das kann nur helfen, den Männern ebenso wie ihrem Werk. Als wir mit unserem Tee im großen Raum stehen, der endlich auch so etwas ähnliches wie warm ist, seit ich den Schalter decodiert und dabei herausgefunden habe, dass es außer -Aus, -kalte Luft pusten auch noch einen dritten Zustand gibt, nämlich -warme Luft pusten, betritt Musketier Ludwig den Raum. Er ist der Obermusk ( ...sagt man hier auch -etier?), weil er jede Woche aus Bayreuth angefahren kommt. Bei den anderen, und bei mir sowieso, erfreut er sich höchsten Respekts.
"Ah, Ludwig. Auch schon da?"
Der Ton zwischen den Ketieren ist rauh, das war mir schon zuvor aufgefallen.
"Hhh."antwortet Ludwig wortkarg. Das kleine Lächeln in seinen Mundwinkeln verrät allerdings seine Freude.
"Na, Ludwig, lass dir nich von der Arbeet abhalten. Oder schämste dir etwa, dir hier nackich vor uns umzuziehen ?"
"Fff." sagt Ludwig, glaube ich.
"Nun lasst ihn doch erstmal ankommen!" verteidige ich ihn. "Ihr seid ja nette Bauzicken"
Das sage ich aber nicht, auch wenn es gut gepasst hätte.
Abends kontrolliere ich nochmal den Wärmedraht, erfreue mich an seiner Temperatur, weil ich weiß, dass sie ihren Teil dazu beiträgt, dass die Mauer gelingt, und dann fahre ich glücklich und zufrieden nach Hause. Es ist vollbracht.
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