Als ich heute morgen ankomme, sehe ich schon, dass Werner bereits da ist. Und als ich um die Ecke biege, staune ich nicht schlecht. Er hat doch tatsächlich die erste Lage Steine gesetzt. Sperrschicht, Zementmörtel, Stein. So siehts aus. Wunderschön. Ich bin entzückt!
Ich weiß nicht, was seine Entscheidung verändert hat. Das Wetter war es ganz sicher nicht. Es ist ja noch kälter als vor zwei Tagen. Deutlich sogar. Aber Werner scheint das nicht zu stören. Er lacht mich an.
"Ich habe einfach Frostschutzmittel hineingegeben."
"Ich dachte, sowas gießt man nur in Autos.", staune ich.
"Na, nee, damit's nicht friert, bevor es getrocknet ist."
"Wow."
Zu mehr Worten bin ich nicht fähig. Es scheint, als frören sie mir noch im Mund an. So kalt ist es.
Ich bewundere Werner, wie er das so kann. Ich halte die Kälte kaum aus. Damit ich mich nützlich mache, schlage ich vor, einen Kaffee zu kochen.
"Ja, mach doch mal."
Mach ich. Ich wills noch ein bisschen gemütlich machen, und stelle mir vor, dass ich den Ofen anmache. Wie heimelig es wirkt, als er brennt. Erst. Dann aber verlischt er, und im weiteren Verlauf gelingt es mir einfach nicht, ihn wieder anzuzünden. Ich habe sogar eigens die Handschuhe dafür ausgezogen. Mittlerweile kann ich meine Finger kaum noch spüren. Das Feuerzeug, 49 Cent bei toom, viermal benutzt bisher, spendiert eine Flamme, die gerade so groß ist, dass man sie mit bloßem Auge erkennen kann. Zusammen aber mit den Streichhölzern, deren schwefelhaltige Beschichtung beim Anreißen immer absplittert, gelingt es mir immerhin noch dreimal, eine Flamme entstehen zu lassen. Die dann jedes Mal, wenn ich sie im Anzündloch versenke, ausgeht. Völlig erfolglos. Ich bemerke, dass ich die Zehen meines linken Fußes nun auch nicht mehr spüre und räume das Feld.
Es ist SO kalt. Und ich bin SO froh. Wie die Steine da so nebeneinander auf dem Boden liegen, sieht SO schön aus. Hätte ich mir nie ausgemalt, wie glücklich mich eine Reihe von weißen Porenbetonsteinen machen kann.
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