Es ist kalt. Sehr kalt. Mit einem Mal. Und so plötzlich. Ich gewöhne mich nur schwer dran. Solange ich in Bewegung war, vor zwei Tagen, als es noch einfach kalt war, fand ich die Temperatur noch fast erfrischend. Aber heute morgen ist es eben sehr kalt. Zu kalt fürs Mauern. Wir legen zwei Tage Baustopp ein. Dann wollen wir den Boden im alten Schlafzimmer raushauen.
Zwei Tage nicht zum Haus gehen. Das hatte ich seit 6 Wochen nicht mehr. Einerseits habe ich das Gefühl, dass Zeit verloren geht, andererseits ist es mir völlig schnuppe. Es wird schon klappen. Auf wetter.com schauen wir uns die Prognose für die nächsten zwei Wochen an. Schönes Wetter... nur wärmer wird es nicht. Wir entdecken, dass es am 12. Dezember wieder in die Plusgrade gehen soll. Zwei Tage, um hochzumauern, das müsste zu schaffen sein. Mitte Dezember kommt der Dachdecker, der bringt das Dach. In Einzelteilen, natürlich, aber darum geht es jetzt ja nicht. Also der Dachdecker wird das Dach ansetzten, und es wäre von Vorteil, wenn die abgerissenen Mauern bis dahin wieder stehen. Aber, wie gesagt, dafür ist es ja grad zu kalt.
Ich halte mich an den Rat, den ich gern anderen gebe: "Grundlos optimistisch sein!" Und ja, das bin ich. Ich genieße meine Tage zu Hause, arbeite ab, was liegen geblieben ist, und bin dabei fröhlich und entspannt. Und grundlos optimistisch.
The story of the HAUS - das Tagebuch der Geschichte unseres Hauses. Bitte denk dran, ein Blog ist von unten nach oben aufgebaut. Wenn du beginnen möchtest, fange mit der ersten Geschichte vom Januar 2009 an und lese dich dann hoch. Am Ende des ersten Kapitels gibt es einen kleinen Link "Neuerer Post". Den Klicken, dann kommt Kapitel 2, am Ende des zweiten Kapitels usw... Viel Spaß! Deine SCHINKEL-COMPANY
Montag, 29. November 2010
Sonntag, 28. November 2010
56 Weihnachtswettrüsten
Als ich heute an meinem Haus ankomme, um meinen Wochenenddienst anzutreten, nämlich den restlichen Berg Sand vom Fundamentgraben in den Container zu schaffen, fällt mir auf, dass die Gärten um mich herum zur Adventszeit aufgerüstet haben.
Lichterketten, Sterne, Leuchttiere - alles stimmt sich ein auf das nahende Weihnachtsfest. Und mitten dazwischen sieht es aus, als hätte der Baustoffhändler gerade zusammen mit dem Restmüllverwerter eine neue Filiale eröffnet: mein Garten.
So wüst er auch aussieht, hat mein Garten doch eine besondere Attraktion aufzuweisen: eine Edeltanne, groß und kräftig, geschätzte 11,30 bis 13,70 Meter hoch. Als mein Blick nun auf sie fällt, wie sie da so kahl und dunkel in der Dämmerung steht, entschließe ich mich, nächstes Jahr mitzurüsten. Mein Plan, den ich justament schmiede, lautet, in ungefähr genau 365 Tagen meine Tanne durch und durch lichterkettengeschmückt erstrahlen zu lassen. Von oben bis unten. Damit meine ich von ganz oben bis etwa 2 Meter über Gartennull. Da wo die Äste aufhören.
Wie viele Meter Lichterkette ich da wohl brauchen werde? Vielleicht, denke ich, ist jetzt der große Augenblick gekommen, in dem ich eine der Formeln anwenden kann, die ich für die Abiprüfung lernen musste, und für die ich seither nicht ein einziges Mal Verwendung hatte? Sowas wie f = 11,30 bis 13,70 / λ x 24? Lambda mochte ich sehr. Es müsste doch einmal in meinem Leben einen sinnvollen Einsatz haben dürfen. Ich verwerfe die Idee rasch wieder. Ich frage lieber Jens, Baumkletterer, zertifiziert.
Schon sehe ich meine Supertanne vor meinem inneren Auge, strahlend hell und warmlichtfunkelnd. Das Christkind und ich lieben sie jetzt schon. Und das nicht nur deshalb, weil sie direkt in den Himmel hinein ragt.
Lichterketten, Sterne, Leuchttiere - alles stimmt sich ein auf das nahende Weihnachtsfest. Und mitten dazwischen sieht es aus, als hätte der Baustoffhändler gerade zusammen mit dem Restmüllverwerter eine neue Filiale eröffnet: mein Garten.
So wüst er auch aussieht, hat mein Garten doch eine besondere Attraktion aufzuweisen: eine Edeltanne, groß und kräftig, geschätzte 11,30 bis 13,70 Meter hoch. Als mein Blick nun auf sie fällt, wie sie da so kahl und dunkel in der Dämmerung steht, entschließe ich mich, nächstes Jahr mitzurüsten. Mein Plan, den ich justament schmiede, lautet, in ungefähr genau 365 Tagen meine Tanne durch und durch lichterkettengeschmückt erstrahlen zu lassen. Von oben bis unten. Damit meine ich von ganz oben bis etwa 2 Meter über Gartennull. Da wo die Äste aufhören.
Wie viele Meter Lichterkette ich da wohl brauchen werde? Vielleicht, denke ich, ist jetzt der große Augenblick gekommen, in dem ich eine der Formeln anwenden kann, die ich für die Abiprüfung lernen musste, und für die ich seither nicht ein einziges Mal Verwendung hatte? Sowas wie f = 11,30 bis 13,70 / λ x 24? Lambda mochte ich sehr. Es müsste doch einmal in meinem Leben einen sinnvollen Einsatz haben dürfen. Ich verwerfe die Idee rasch wieder. Ich frage lieber Jens, Baumkletterer, zertifiziert.
Schon sehe ich meine Supertanne vor meinem inneren Auge, strahlend hell und warmlichtfunkelnd. Das Christkind und ich lieben sie jetzt schon. Und das nicht nur deshalb, weil sie direkt in den Himmel hinein ragt.
Samstag, 27. November 2010
55 Jeden Tag was Neues
Meine Zuversicht ist wieder da.
So plötzlich wie sie weg war, ist sie wieder eingezogen in mein Gemüt. Dafür habe ich jetzt was Neues. Die Ärztin sagt, es sei ein Virus, und er sei nicht ansteckend: Pityriasis rosea.
Was sich mit der Bezeichnung Schuppenröschen nach einem hübschen Strauß Blümchen anhört, entpuppt sich an meinem Körper als weniger niedliche Ansammlung kleiner juckender Fleckchen.
Und nachdem ich gestern ein herrlich wohltuendes, entspannendes Bad genommen habe, haben sich die Flecken zu heute etwa verdreifacht. Man sagt, Ursache seien Allergien oder Stress. Allergien habe ich nicht.
In der Zwischenzeit ist das Fundament fertig. Jetzt kann endlich gemauert werden. Montag gehts los. Da gibt es wieder viel zu lernen.
So plötzlich wie sie weg war, ist sie wieder eingezogen in mein Gemüt. Dafür habe ich jetzt was Neues. Die Ärztin sagt, es sei ein Virus, und er sei nicht ansteckend: Pityriasis rosea.
Was sich mit der Bezeichnung Schuppenröschen nach einem hübschen Strauß Blümchen anhört, entpuppt sich an meinem Körper als weniger niedliche Ansammlung kleiner juckender Fleckchen.
Und nachdem ich gestern ein herrlich wohltuendes, entspannendes Bad genommen habe, haben sich die Flecken zu heute etwa verdreifacht. Man sagt, Ursache seien Allergien oder Stress. Allergien habe ich nicht.
In der Zwischenzeit ist das Fundament fertig. Jetzt kann endlich gemauert werden. Montag gehts los. Da gibt es wieder viel zu lernen.
Freitag, 26. November 2010
54 - Schlaf Schipp Karr
Nachts werde ich wach, drehe mich von einer Seite zur anderen, liege rum, drehe mich zurück, bis ich mal auf die Uhr schaue und feststelle, dass es erst 0.30 Uhr ist. Um 23.00 Uhr war ich, ausgesprochen früh, zu Bett gegangen, schwer zuversichtlich, am nächsten Morgen solide ausgeschlafen zu sein. Und nun sowas.
Nicht genug damit, dass ich nicht schlafen kann und meine kostbare Restaurationszeit mit unnütz wach Rumliegen vergeude. Ich entwickle, im Dunkeln liegend, plötzlich ein ausgewachsenes Angstgefühl. Hals und Herz sind wie zugeschnürt. Angst und Alleinsein, mit einem Mal erscheinen mir ausreichend dubiose Gründe, die mich berechtigen, mich miserabel zu fühlen. Trübe Gedanken sausen durch meinen müden Kopf, bevor ich überhaupt feststellen kann, dass ich denke.
Nun ist es ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit solcherlei Zuständen beschäftigen darf. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass der Gedankenbrei nicht heiß gegessen werden sollte. Immer, wenn ich das nämlich getan habe, hab ich mich verbrannt.
"Kalt werden lassen die Suppe, Christianchen" denke ich so bei mir und ertappe mich dabei, wie ich mich in Sorgen verfange, an die ich wenige Stunden zuvor nichtmal gedacht habe.
"Wenn das Budget nun nicht reicht..."
"Wenn ich nicht fertig werde..."
"Und was, wenn mir niemand mehr hilft, wenn alle krank werden?"
"Was wenn.... oder falls... es könnte doch auch sein, dass..."
"Stopp mal, Kleine, was denkst Du Dir denn da gerade aus?"
"Ich... weiß auch nicht... ich mein nur, könnte doch sein... und dann stehe ich da. Und ich bin ganz alleine. Nichtmal meine Familie interessiert sich für mich. Schon gar nicht für mein Haus. Nichtmal jetzt. Keiner fragt. Es ist allen völlig egal. Keinen interessierst Du."
"Wie?? Das stimmt doch gar nicht. Ich hab doch so tolle Helfer. Welch ein Glück ich hab!"
"Ja, und? Deine Familie interessierst Du einen feuchten Kehrricht. Keiner ruft an und fragt, wie es geht. Seit Wochen nicht. Ach, eigentlich schon immer."
"Schon immer? Wie kommst Du denn darauf?? Das ist nun wirklich übertrieben."
"Du bist ihnen egal."
"Sie lieben mich, das weiß ich."
"Jaja, nur kommen sie Dich nicht besuchen. Du bist ihnen egal."
"Also nee, das geht zu weit. Wirklich. Sie sind eben nicht so flexibel. Und nach Berlin ist es immer weiter als andersherum."
"Alleine. Ganz alleine."
"Und wenn schon. Lass mich in Ruhe."
"Ganz allei-ei-eine."
"Na, das ist nun wirklich übertrieben. Hab ich schon gesagt."
"Nein, ist es nicht."
"Doch, ist es wohl."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
"Doch."
"Nein. Nein. Nein. Nein. Nein. Nein......Nein mal Tausend..."
Es hilft nicht. Das Gefühl der Beklemmung geht nicht weg. Schon gar nicht, indem ich es ihm befehle.
"Geh jetzt weg."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
Ich gebe auf. Und konzentriere mich jetzt voll auf das Gefühl. Irgendwie spannend und höchst interessant. Wie kann etwas so massiv Unangenehmes so völlig unvermittelt in meinem Körper als Gefühl auftauchen? Ohne Grund? Ohne plausiblen jedenfalls.
Ich lokalisiere es in meinem Bauch, ums Herz herum bis hoch in den Hals. Es fühlt sich an wie zugeschnürt. Mein Herz klopft, mein Puls ist bestimmt beschleunigt. Schlaflangsamen Atem habe ich auch nicht. Und dann probiere ich aus, was mir jemand mal geraten hat. Ich fand ja immer, dass es ein bisschen peinlich klingt: Umarme Deine Angst.
"Ähm. Hallo Angst."
"_________"
Sie quetscht sich zwischen meinen Rippen hindurch und setzt sich einfach auf meinen Brustkorb. Ich kriege kaum Luft.
"Hallo. Schön, dass Du da bist Angst."
"__________________"
Ich glaube sie merkt, dass ich lüge. Und macht sich gleich noch ein bisschen breiter.
"Also gut, ich find es nicht schön, dass Du da bist. Ich fühle mich sehr unwohl."
"__________________ Na und? Zu recht."
"Och weißt, Du. Komm mal her. Ich möchte Dich in meine Arme schließen. Du arme kleine Angst. Bist so alleine, dass Du nachts fremde Leute besuchen musst. Komm her, ich wärme Dich."
"----------------------"
Ich stelle mir die arme Angst jetzt vor. Klein, mutlos, völlig verängstigt. Ich empfinde wirklich Mitgefühl mit ihr.
"______???___"
Sie stutzt. Bleibt aber stur sitzen.
Mir ist das egal. Sie tut mir leid. Dann soll sie da halt sitzen. Irgendwann wird sie schon wieder gehen.
"Ich mag Dich trotzdem."
"_____???_"
"Ich mag Dich."
"_________"
Sie hat nicht viel zu antworten. Deshalb sage ich nichts weiter. Stell mir nur einfach vor, wie ich sie umarme. Ich atme. Ich lächle oder wenigstens so etwas in der Art. Eine Gesichtsentspannung bekomme ich grad so hin.
"Dass Du jetzt da bist, ist völlig Ok. Du darfst dann jetzt auch wieder gehen. Danke!"
Der Wecker hat noch nicht geklingelt, und ich bin schon wieder wach. Die Angst ist noch da, und sie hat ihre Freunde geholt, wie es scheint. Ich frag gar nicht mehr. Ich nehme sie einfach alle in den Arm.
Ich fühle mich wie durch den Wolf gedreht. Egal. Wir haben uns alle lieb. Piep piep piep.
Bei mir piepts. Oder? Es läuft alles super klasse und ich fühl mich schlecht. Ist mir auch egal. Nach dem Aufstehen fahre ich jetzt zum Haus.
"Ah, die Bauherrin. Darf ich mal, ach, sie hat das Talent, immer im Weg zu stehen."
"Kann ich irgend etwas helfen?"
Ich überhöre die Bemerkung, obwohl meine Angst sich gern weiter mit diesem Sätzchen unterhalten hätte. Ich weiß, es sollte ein Witz sein.
"Soll ich den Schutt weg karren?"
"Ja, warum nicht?"
Und so karre ich Schubkarre für Schubkarre in den Container. Fege, schippe, mache die Baustelle sauber.
Nach zweieinhalb Stunden wende ich mich wieder an meine Angst. Aber sie ist gar nicht da. Gute Laune sieht anderes aus, aber Angst ist es jedenfalls nicht mehr. So viel steht fest.
Ich bin beeindruckt.
Das war bestimmt Zufall.
Als ich mich durch den steinigen Boden gebuddelt und den Fundamentgraben fast fertig habe, entdecke ich ein freiwilliges, unabhängiges Lächeln in meinem Gesicht. Das freut mich, kann ich so sagen. Als ich später nach Hause komme, teilt mir mein Lieferant für Fenster auf dem AB mit, dass die Terminierung für meine gestern abend bestellten Fenster doch schon auf KW 50 liegt. Obwohl vor KW 1-2 gar nicht damit zu rechnen sein konnte.
Was bin ich nur für ein Glückskind!
Abends im Dunkeln tritt Ludwig einen Schritt daneben und rutscht ab in den Fundmentgraben, den ich gegraben hab. Sein Knie schwillt an.
Ich beschließe, meine zuvor am Tag geäußerten Sorgen ausdrücklich zu entkräften.
"Ich habe immer mehr Geld als ich brauche. Alle sind munter und gesund, um mich tatkräftig zu unterstützen, so dass alles im April fertig ist."
Und wo ich schon grad dabei bin, meine Glaubenssätze auf Vordermann zu bringen, hänge ich noch einen feinen Nachsatz an:
"Mein Haus wird noch viel schöner, als ich es mir jetzt vorstellen kann. Danke : )"
Und am Wochenende, da rufe ich meine geliebte Familie an.
Nicht genug damit, dass ich nicht schlafen kann und meine kostbare Restaurationszeit mit unnütz wach Rumliegen vergeude. Ich entwickle, im Dunkeln liegend, plötzlich ein ausgewachsenes Angstgefühl. Hals und Herz sind wie zugeschnürt. Angst und Alleinsein, mit einem Mal erscheinen mir ausreichend dubiose Gründe, die mich berechtigen, mich miserabel zu fühlen. Trübe Gedanken sausen durch meinen müden Kopf, bevor ich überhaupt feststellen kann, dass ich denke.
Nun ist es ja nicht das erste Mal, dass ich mich mit solcherlei Zuständen beschäftigen darf. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass der Gedankenbrei nicht heiß gegessen werden sollte. Immer, wenn ich das nämlich getan habe, hab ich mich verbrannt.
"Kalt werden lassen die Suppe, Christianchen" denke ich so bei mir und ertappe mich dabei, wie ich mich in Sorgen verfange, an die ich wenige Stunden zuvor nichtmal gedacht habe.
"Wenn das Budget nun nicht reicht..."
"Wenn ich nicht fertig werde..."
"Und was, wenn mir niemand mehr hilft, wenn alle krank werden?"
"Was wenn.... oder falls... es könnte doch auch sein, dass..."
"Stopp mal, Kleine, was denkst Du Dir denn da gerade aus?"
"Ich... weiß auch nicht... ich mein nur, könnte doch sein... und dann stehe ich da. Und ich bin ganz alleine. Nichtmal meine Familie interessiert sich für mich. Schon gar nicht für mein Haus. Nichtmal jetzt. Keiner fragt. Es ist allen völlig egal. Keinen interessierst Du."
"Wie?? Das stimmt doch gar nicht. Ich hab doch so tolle Helfer. Welch ein Glück ich hab!"
"Ja, und? Deine Familie interessierst Du einen feuchten Kehrricht. Keiner ruft an und fragt, wie es geht. Seit Wochen nicht. Ach, eigentlich schon immer."
"Schon immer? Wie kommst Du denn darauf?? Das ist nun wirklich übertrieben."
"Du bist ihnen egal."
"Sie lieben mich, das weiß ich."
"Jaja, nur kommen sie Dich nicht besuchen. Du bist ihnen egal."
"Also nee, das geht zu weit. Wirklich. Sie sind eben nicht so flexibel. Und nach Berlin ist es immer weiter als andersherum."
"Alleine. Ganz alleine."
"Und wenn schon. Lass mich in Ruhe."
"Ganz allei-ei-eine."
"Na, das ist nun wirklich übertrieben. Hab ich schon gesagt."
"Nein, ist es nicht."
"Doch, ist es wohl."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
"Doch."
"Nein. Nein. Nein. Nein. Nein. Nein......Nein mal Tausend..."
Es hilft nicht. Das Gefühl der Beklemmung geht nicht weg. Schon gar nicht, indem ich es ihm befehle.
"Geh jetzt weg."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
Ich gebe auf. Und konzentriere mich jetzt voll auf das Gefühl. Irgendwie spannend und höchst interessant. Wie kann etwas so massiv Unangenehmes so völlig unvermittelt in meinem Körper als Gefühl auftauchen? Ohne Grund? Ohne plausiblen jedenfalls.
Ich lokalisiere es in meinem Bauch, ums Herz herum bis hoch in den Hals. Es fühlt sich an wie zugeschnürt. Mein Herz klopft, mein Puls ist bestimmt beschleunigt. Schlaflangsamen Atem habe ich auch nicht. Und dann probiere ich aus, was mir jemand mal geraten hat. Ich fand ja immer, dass es ein bisschen peinlich klingt: Umarme Deine Angst.
"Ähm. Hallo Angst."
"_________"
Sie quetscht sich zwischen meinen Rippen hindurch und setzt sich einfach auf meinen Brustkorb. Ich kriege kaum Luft.
"Hallo. Schön, dass Du da bist Angst."
"__________________"
Ich glaube sie merkt, dass ich lüge. Und macht sich gleich noch ein bisschen breiter.
"Also gut, ich find es nicht schön, dass Du da bist. Ich fühle mich sehr unwohl."
"__________________ Na und? Zu recht."
"Och weißt, Du. Komm mal her. Ich möchte Dich in meine Arme schließen. Du arme kleine Angst. Bist so alleine, dass Du nachts fremde Leute besuchen musst. Komm her, ich wärme Dich."
"----------------------"
Ich stelle mir die arme Angst jetzt vor. Klein, mutlos, völlig verängstigt. Ich empfinde wirklich Mitgefühl mit ihr.
"______???___"
Sie stutzt. Bleibt aber stur sitzen.
Mir ist das egal. Sie tut mir leid. Dann soll sie da halt sitzen. Irgendwann wird sie schon wieder gehen.
"Ich mag Dich trotzdem."
"_____???_"
"Ich mag Dich."
"_________"
Sie hat nicht viel zu antworten. Deshalb sage ich nichts weiter. Stell mir nur einfach vor, wie ich sie umarme. Ich atme. Ich lächle oder wenigstens so etwas in der Art. Eine Gesichtsentspannung bekomme ich grad so hin.
"Dass Du jetzt da bist, ist völlig Ok. Du darfst dann jetzt auch wieder gehen. Danke!"
Der Wecker hat noch nicht geklingelt, und ich bin schon wieder wach. Die Angst ist noch da, und sie hat ihre Freunde geholt, wie es scheint. Ich frag gar nicht mehr. Ich nehme sie einfach alle in den Arm.
Ich fühle mich wie durch den Wolf gedreht. Egal. Wir haben uns alle lieb. Piep piep piep.
Bei mir piepts. Oder? Es läuft alles super klasse und ich fühl mich schlecht. Ist mir auch egal. Nach dem Aufstehen fahre ich jetzt zum Haus.
"Ah, die Bauherrin. Darf ich mal, ach, sie hat das Talent, immer im Weg zu stehen."
"Kann ich irgend etwas helfen?"
Ich überhöre die Bemerkung, obwohl meine Angst sich gern weiter mit diesem Sätzchen unterhalten hätte. Ich weiß, es sollte ein Witz sein.
"Soll ich den Schutt weg karren?"
"Ja, warum nicht?"
Und so karre ich Schubkarre für Schubkarre in den Container. Fege, schippe, mache die Baustelle sauber.
Nach zweieinhalb Stunden wende ich mich wieder an meine Angst. Aber sie ist gar nicht da. Gute Laune sieht anderes aus, aber Angst ist es jedenfalls nicht mehr. So viel steht fest.
Ich bin beeindruckt.
Das war bestimmt Zufall.
Als ich mich durch den steinigen Boden gebuddelt und den Fundamentgraben fast fertig habe, entdecke ich ein freiwilliges, unabhängiges Lächeln in meinem Gesicht. Das freut mich, kann ich so sagen. Als ich später nach Hause komme, teilt mir mein Lieferant für Fenster auf dem AB mit, dass die Terminierung für meine gestern abend bestellten Fenster doch schon auf KW 50 liegt. Obwohl vor KW 1-2 gar nicht damit zu rechnen sein konnte.
Was bin ich nur für ein Glückskind!
Abends im Dunkeln tritt Ludwig einen Schritt daneben und rutscht ab in den Fundmentgraben, den ich gegraben hab. Sein Knie schwillt an.
Ich beschließe, meine zuvor am Tag geäußerten Sorgen ausdrücklich zu entkräften.
"Ich habe immer mehr Geld als ich brauche. Alle sind munter und gesund, um mich tatkräftig zu unterstützen, so dass alles im April fertig ist."
Und wo ich schon grad dabei bin, meine Glaubenssätze auf Vordermann zu bringen, hänge ich noch einen feinen Nachsatz an:
"Mein Haus wird noch viel schöner, als ich es mir jetzt vorstellen kann. Danke : )"
Und am Wochenende, da rufe ich meine geliebte Familie an.
Montag, 22. November 2010
53 Mit Birne
Ludwig ist angekommen. Er hat wieder Kuchen mitgebracht. Weil er direkt von der Autobahn zum Häuschen fährt, hat er ihn hinten auf der Rückbank, so dass ich ihn gleich mit rein nehmen kann. Zur Kaffeepause schneide ich für die Männer und mich ein paar dicke Scheiben auf. Saftig, locker, frisch. Köstlich.
"Der ist selbstgebacken." streue ich ins Gespräch ein, als wir so beieinander stehen.
"Ach." lässt der Platzälteste, Herr V, verlauten, und zieht eine Augenbraue leicht nach oben.
"Den hat Ludwig gebacken."
"Aus der Packung oder aus echten Zutaten?" fragt er und wendet sich Ludwig zu.
"Na, scha aus echdn Zudadn!"
Ludwig backt doch nichts aus der Packung. Was für eine Frage.
In die hochgezogene Augenbraue legt sich jetzt ein Schimmer von Anerkennung.
"Wat is'n da drin?" will Herr V wissen.
"250 g gemohlna Nüss, 3 Eier, 200 g Butter, 150 g Zucker, und inna is a Apfel-Birnenschicht eingbaggn. Des machts so schee frisch und saftich."
"Boskop?" will sein Gegenüber wissen.
"Ja. Freilich. A guder Boskop."
"Hm, een juter Boskop, dit is nich ssu übatreffen. Ick hab den Jarten voll davon. Sehr leckre Anjelejenheit." stimmt ihm Herr V zu.
"Ja, do hob Ich nuch a weng a Birn mit neigbaggn, des ghört net zum Rezept. Schmeckt scho nuch a weng safticher." Ludwig klopft sich etwas Mörtel von seinem Ärmel.
Die anderen nicken und verzehren zufrieden schweigend ihre letzten Krümel. Zwei erfahrene Bau-Silberrücken, Bayern und Berlin, im Rezepteglück. In meinem Garten, vor meinem Haus. Bei einer Tasse Kräutertee aus dem Bioladen und einem Scheibchen Nuss-Topfkuchen mit Apfel-Birne-Füllung. Das nenne ich wahres Glück.
"Der ist selbstgebacken." streue ich ins Gespräch ein, als wir so beieinander stehen.
"Ach." lässt der Platzälteste, Herr V, verlauten, und zieht eine Augenbraue leicht nach oben.
"Den hat Ludwig gebacken."
"Aus der Packung oder aus echten Zutaten?" fragt er und wendet sich Ludwig zu.
"Na, scha aus echdn Zudadn!"
Ludwig backt doch nichts aus der Packung. Was für eine Frage.
In die hochgezogene Augenbraue legt sich jetzt ein Schimmer von Anerkennung.
"Wat is'n da drin?" will Herr V wissen.
"250 g gemohlna Nüss, 3 Eier, 200 g Butter, 150 g Zucker, und inna is a Apfel-Birnenschicht eingbaggn. Des machts so schee frisch und saftich."
"Boskop?" will sein Gegenüber wissen.
"Ja. Freilich. A guder Boskop."
"Hm, een juter Boskop, dit is nich ssu übatreffen. Ick hab den Jarten voll davon. Sehr leckre Anjelejenheit." stimmt ihm Herr V zu.
"Ja, do hob Ich nuch a weng a Birn mit neigbaggn, des ghört net zum Rezept. Schmeckt scho nuch a weng safticher." Ludwig klopft sich etwas Mörtel von seinem Ärmel.
Die anderen nicken und verzehren zufrieden schweigend ihre letzten Krümel. Zwei erfahrene Bau-Silberrücken, Bayern und Berlin, im Rezepteglück. In meinem Garten, vor meinem Haus. Bei einer Tasse Kräutertee aus dem Bioladen und einem Scheibchen Nuss-Topfkuchen mit Apfel-Birne-Füllung. Das nenne ich wahres Glück.
Donnerstag, 18. November 2010
52 Yosef, the star from Haifa!
Als ich mir vor kurzem ausdachte, dass ich möchte, dass Yosef mein Haus plant, meinte ich das auch so. So, wie ich meistens meine, was ich denke. Außer, ich ändere meine Meinung. Was in diesem Fall jedoch nicht der Fall war.
Also: Yosef! Aus Haifa!
Und da kommt er auch schon. Donnerstag landet er abends in Schönefeld. Aus 33° C ist er mir zuliebe in unsere weniger lauen 8°C eingeflogen. Ich freue mich, und wie! Und er freut sich genauso. Es ist ein wirklich schöner Anlass, uns nach einem dreiviertel Jahr wieder zu sehen: The Haus.
Er ist entzückt, als er das kleine Häuschen sieht. Nimmt sich einen Zollstock, läuft hin und her, rein und raus, und misst, was er sieht. Am Abend schon hat er die Grunddaten in sein Programm eingegeben, und aus seiner Zauberhand entsteht ein 3D Modell: THE Haus : )
The Haus. Be part of the story!
Also: Yosef! Aus Haifa!
Und da kommt er auch schon. Donnerstag landet er abends in Schönefeld. Aus 33° C ist er mir zuliebe in unsere weniger lauen 8°C eingeflogen. Ich freue mich, und wie! Und er freut sich genauso. Es ist ein wirklich schöner Anlass, uns nach einem dreiviertel Jahr wieder zu sehen: The Haus.
Er ist entzückt, als er das kleine Häuschen sieht. Nimmt sich einen Zollstock, läuft hin und her, rein und raus, und misst, was er sieht. Am Abend schon hat er die Grunddaten in sein Programm eingegeben, und aus seiner Zauberhand entsteht ein 3D Modell: THE Haus : )
The Haus. Be part of the story!
Mittwoch, 17. November 2010
51 BH hat nichts mit Körbchengröße zu tun
"Ich möchte gerne bestellen."
"Als was?" fragt der Sachbearbeiter am anderen Ende der Leitung.
"Wie, als was?" frage ich etwas irritiert zurück. Was meint er?
"Was meinen Sie?"
"Naja, was sind Sie? Architekt, Bauleitung, Bauherr?" antwortet er verständnislos auf meine wirklich überflüssig unbedarfte Frage, wie es scheint.
"Nein nein", sage ich "Bauherr, ach, was sage ich, Bauherrin, wie Sie sich denken können."
"Hm, ja." kommt es etwas sparsam zurück.
Spontan wird mir klar, dass ich nicht nur mein kleines Häuschen zu renovieren, sondern zudem in eine ganz neue Sparte des Lebens gerutscht zu sein scheine: in die der Bauherren. Und Herrinnen, um es gendergemäß zu halten.
Ab heute bin ich also Herrin. Hätte man sich neulich auch noch nicht vorgestellt, dass die Schinkel Christiane mal Bauherrin ist. Wie schnell ein paar Steine und Sack Zement aus einer jungen Frau eine Bauherrin machen können. Rasant.
Auf der Rechnung steht dann: BH. Das nächste Mal sage ich lieber gleich Schinkel, BH. Um Missverständnissen vorzubeugen.
"Madammchen!"
Ich horche auf. Da ich die einzige anwesende Frau am Platz bin, glaube ich fast, dass ich gemeint bin.
"Wir brauchen eine Entscheidung. Wenn sie mal herkommen würde?"
Ja, gut, dann macht sie sich mal auf den Weg. Im Garten stehen drei Mann und schauen mich erwartungsvoll an.
"Wir wollen das Dach aufrichten. Wo soll es denn hin?"
Ich schaue mich um. Das Dach? Wohin?
"Ich würde sagen, vor den Schuppen, oder? Sonst ist ja nirgends Platz." äußere ich mich, noch etwas zaghaft. Als Bauherrin sollte ich mich bestimmter aufführen. Deshalb setze ich sogleich ein "Hierher." hinterher. Ich weise auf den Schuppen. Wohin auch sonst?
"Gut." Und sogleich rühren sich die drei. Ich dehe mich um.
"Halt, hiergeblieben! Sie hat jetzt die wichtigste Aufgabe" weist mich der Platzälteste an.
"Das gefällt mir," entgegne ich, "ich bin schließlich die Bauherrin."
"Jenau! So isset!"
"Worum geht es denn?"
Die Männer freuen sich. Und ich, ich fange an, mich in meine Rolle einzuleben.
BH vom Dienst. Die Geschichte bietet wirklich Entwicklungspotenzial.
"Als was?" fragt der Sachbearbeiter am anderen Ende der Leitung.
"Wie, als was?" frage ich etwas irritiert zurück. Was meint er?
"Was meinen Sie?"
"Naja, was sind Sie? Architekt, Bauleitung, Bauherr?" antwortet er verständnislos auf meine wirklich überflüssig unbedarfte Frage, wie es scheint.
"Nein nein", sage ich "Bauherr, ach, was sage ich, Bauherrin, wie Sie sich denken können."
"Hm, ja." kommt es etwas sparsam zurück.
Spontan wird mir klar, dass ich nicht nur mein kleines Häuschen zu renovieren, sondern zudem in eine ganz neue Sparte des Lebens gerutscht zu sein scheine: in die der Bauherren. Und Herrinnen, um es gendergemäß zu halten.
Ab heute bin ich also Herrin. Hätte man sich neulich auch noch nicht vorgestellt, dass die Schinkel Christiane mal Bauherrin ist. Wie schnell ein paar Steine und Sack Zement aus einer jungen Frau eine Bauherrin machen können. Rasant.
Auf der Rechnung steht dann: BH. Das nächste Mal sage ich lieber gleich Schinkel, BH. Um Missverständnissen vorzubeugen.
"Madammchen!"
Ich horche auf. Da ich die einzige anwesende Frau am Platz bin, glaube ich fast, dass ich gemeint bin.
"Wir brauchen eine Entscheidung. Wenn sie mal herkommen würde?"
Ja, gut, dann macht sie sich mal auf den Weg. Im Garten stehen drei Mann und schauen mich erwartungsvoll an.
"Wir wollen das Dach aufrichten. Wo soll es denn hin?"
Ich schaue mich um. Das Dach? Wohin?
"Ich würde sagen, vor den Schuppen, oder? Sonst ist ja nirgends Platz." äußere ich mich, noch etwas zaghaft. Als Bauherrin sollte ich mich bestimmter aufführen. Deshalb setze ich sogleich ein "Hierher." hinterher. Ich weise auf den Schuppen. Wohin auch sonst?
"Gut." Und sogleich rühren sich die drei. Ich dehe mich um.
"Halt, hiergeblieben! Sie hat jetzt die wichtigste Aufgabe" weist mich der Platzälteste an.
"Das gefällt mir," entgegne ich, "ich bin schließlich die Bauherrin."
"Jenau! So isset!"
"Worum geht es denn?"
Die Männer freuen sich. Und ich, ich fange an, mich in meine Rolle einzuleben.
BH vom Dienst. Die Geschichte bietet wirklich Entwicklungspotenzial.
Dienstag, 16. November 2010
50 Vorwärts in die Vergangenheit
Endlich steht die Sperrmüllkippe an der Straße. Gleich neben dem Gemischter Bauschutt Container. 10CDK. Weißte Bescheid. 10 Kubikmeter, Container, Deckel, Klappe. Als sie geliefert wurde, habe ich aber gleich ein Schloss daran angebracht. Womöglich würde sich der Müll sonst wieder vermehren. So wie vorgestern, als mein Bauschutt über Nacht zwei kleine Junge bekommen hat, unversehens, niemand weiß welcher Storch sie gebracht hat, lagen sie da, 2 Säcke mit Fremdbetonresten, eingebettet in das Nest des Schutts aus den 1940er Jahren. Da kommt man doch nicht auf den Gedanken, dass ein so altes Haus noch gebähren könnte. Selbstbestäubend? Na egal. Ab jetzt schließe ich dann ab.
Ludwig ist schon auf der Anreise. Und er hat Kuchen angekündigt. Ich weiß gar nicht, wie ich das fassen soll. Da kommt er von knapp 400 Km Entfernung angereist, jede Woche, um mir zu helfen, einfach so. Und als wäre das nicht genug der wunderbaren Freude, bringt er sogar noch selbstgebackenen Kuchen mit. Und Monika hat ihm zudem auch noch Geschenke für mich eingepackt. Ich bin so gerührt, dass... ach, was soll ich sagen, ich bin so glücklich! Hätte ich das Haus nicht gekauft, würde ich solche außerordentlich besonderen Erlebnisse vielleicht nicht gehabt haben. Es ist ein Segen!
Ich schleppe nach und nach lange, breite, kurze, schmale Bretter Richtung Container. Es ist ein bisschen wie Mikado. Ich ziehe hier und da, rate, welches Brett sich wohl bewegt und welches ich herausziehen kann aus dem etwa 3 m hohen Stapel. Meist gewinne ich, und ziehe, mit mir selbst feiernd, das Beutestück hervor. Das Bestapeln der Karre ist nicht ganz so trivial wie ich dachte. Ich teste mich nach REFA Systematik an die optimale Technik heran. Geht schon.
Als ich mit der ersten vollgeladenen Karre an meinen schicken 10CDK heran fahre, freue ich mich auf die Jungferntaufe. Ein großer dunkler Hohlraum schaut mir entgegen, die Wände hoch genug, dass ich direkt hinein laufen kann. Als ich den ersten Schritt hinein getan habe, schlägts mich fast nieder. In dieser Sekunde holt mich ein Kindheitstrauma wieder ein.
"Bettpfanne" denke ich und muss fast brechen.
Als ich 14 Jahre alt war, lag ich mit einem komplizierten Armbruch im Krankenhaus. Da ich schon zu alt war für die Kinderabteilung, was mir zweifellos geschmeichelt hat, erst, wurde ich in ein Zimmer mit zwei etwa 80 Jahre alten Erdenbürgerinnen gelegt. Ich war ans Bett gefesselt, meinen Arm in einem voluminösen Gips mit Blutschläuchen undsoweiterundsofort, ich will mich jetzt gar nicht weiter auslassen. Das allein hat aber nicht das Trauma verursacht.
Also, ich war ans Bett gefesselt. Meine beiden Zimmernachbarinnen auch. Und sie hatten die Gewohnheit des Synchronkackens entwickelt. Vielleicht waren sie durch ihr gemeinsames Schicksal so symbiotisch geworden, dass sie auch in dieser Stunde vereint sein wollten, oder man hatte ihnen zum Essen Abführmittel verpasst, das, dem Beipackzettel treu, pünktlich zur gleichen Zeit ein gemeinsames Bedürfnis entstehen ließ. Man weiß es nicht. Tatsache ist, dass das, was sie von sich gaben, unglaublich ekelhaft gestunken hat. So, wie dieser leere Container hier. Damals konnte ich, festgenagelt an mein Bett, nichts als nichts tun. Heute durfte ich meinen Gefühlen freien Lauf geben.
"Üarrrrrhhhhh, ähhhh, büüüüaarrr. Das ist SOOO widerlich." sagte ich zu mir selbst. Und ließ dann mit jeden hineingeschleuderten Brett die Erinnerung von damals verblassen. Am Ende des Tages, als ich all den Schrott hinein gestopft hatte, war auch der Geruch verschwunden.
Ich habe dann übrigens rebelliert und wurde zu guter Letzt in die Kinderabteilung verlegt. Dort bestand Schwester Friederike darauf, das tägliche Fiebermessen, so wie bei Kindern üblich, im Po zu veranstalten. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und auch hier: hätte ich das Haus nicht bekommen, hätte diese Geschichte sicherlich noch um Einiges länger unentdeckt in meiner Erinnerung geschmort. Es ist alles so erstaunlich. Toll.
Ludwig ist schon auf der Anreise. Und er hat Kuchen angekündigt. Ich weiß gar nicht, wie ich das fassen soll. Da kommt er von knapp 400 Km Entfernung angereist, jede Woche, um mir zu helfen, einfach so. Und als wäre das nicht genug der wunderbaren Freude, bringt er sogar noch selbstgebackenen Kuchen mit. Und Monika hat ihm zudem auch noch Geschenke für mich eingepackt. Ich bin so gerührt, dass... ach, was soll ich sagen, ich bin so glücklich! Hätte ich das Haus nicht gekauft, würde ich solche außerordentlich besonderen Erlebnisse vielleicht nicht gehabt haben. Es ist ein Segen!
Ich schleppe nach und nach lange, breite, kurze, schmale Bretter Richtung Container. Es ist ein bisschen wie Mikado. Ich ziehe hier und da, rate, welches Brett sich wohl bewegt und welches ich herausziehen kann aus dem etwa 3 m hohen Stapel. Meist gewinne ich, und ziehe, mit mir selbst feiernd, das Beutestück hervor. Das Bestapeln der Karre ist nicht ganz so trivial wie ich dachte. Ich teste mich nach REFA Systematik an die optimale Technik heran. Geht schon.
Als ich mit der ersten vollgeladenen Karre an meinen schicken 10CDK heran fahre, freue ich mich auf die Jungferntaufe. Ein großer dunkler Hohlraum schaut mir entgegen, die Wände hoch genug, dass ich direkt hinein laufen kann. Als ich den ersten Schritt hinein getan habe, schlägts mich fast nieder. In dieser Sekunde holt mich ein Kindheitstrauma wieder ein.
"Bettpfanne" denke ich und muss fast brechen.
Als ich 14 Jahre alt war, lag ich mit einem komplizierten Armbruch im Krankenhaus. Da ich schon zu alt war für die Kinderabteilung, was mir zweifellos geschmeichelt hat, erst, wurde ich in ein Zimmer mit zwei etwa 80 Jahre alten Erdenbürgerinnen gelegt. Ich war ans Bett gefesselt, meinen Arm in einem voluminösen Gips mit Blutschläuchen undsoweiterundsofort, ich will mich jetzt gar nicht weiter auslassen. Das allein hat aber nicht das Trauma verursacht.
Also, ich war ans Bett gefesselt. Meine beiden Zimmernachbarinnen auch. Und sie hatten die Gewohnheit des Synchronkackens entwickelt. Vielleicht waren sie durch ihr gemeinsames Schicksal so symbiotisch geworden, dass sie auch in dieser Stunde vereint sein wollten, oder man hatte ihnen zum Essen Abführmittel verpasst, das, dem Beipackzettel treu, pünktlich zur gleichen Zeit ein gemeinsames Bedürfnis entstehen ließ. Man weiß es nicht. Tatsache ist, dass das, was sie von sich gaben, unglaublich ekelhaft gestunken hat. So, wie dieser leere Container hier. Damals konnte ich, festgenagelt an mein Bett, nichts als nichts tun. Heute durfte ich meinen Gefühlen freien Lauf geben.
"Üarrrrrhhhhh, ähhhh, büüüüaarrr. Das ist SOOO widerlich." sagte ich zu mir selbst. Und ließ dann mit jeden hineingeschleuderten Brett die Erinnerung von damals verblassen. Am Ende des Tages, als ich all den Schrott hinein gestopft hatte, war auch der Geruch verschwunden.
Ich habe dann übrigens rebelliert und wurde zu guter Letzt in die Kinderabteilung verlegt. Dort bestand Schwester Friederike darauf, das tägliche Fiebermessen, so wie bei Kindern üblich, im Po zu veranstalten. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und auch hier: hätte ich das Haus nicht bekommen, hätte diese Geschichte sicherlich noch um Einiges länger unentdeckt in meiner Erinnerung geschmort. Es ist alles so erstaunlich. Toll.
Sonntag, 14. November 2010
49 Neue Männer in meinem Leben
Es gibt viel zu organisieren in diesen Tagen, und ich komme jeden Tag in Kontakt mit neuen Menschen. Die meisten sind, und das habe ich wohl dem Thema Bau zu verdanken, männlichen Geschlechts. Tatsächlich sind es überdurchschnittlich viele Männer, mit denen ich mich zur Zeit bespreche, die mir Rat geben, Hilfe anbieten, Verantwortung übernehmen und mich spüren lassen, dass sie mich schätzen, aber dass ich, wenn es um die Arbeit geht, eben eine Frau bin. Dann drängen sie geradezu nach vorn, überholen mich, nehmen mir schwere Dinge ab und regeln das schon. Das ist, wenn ich ganz offen sein soll, eine tolle Sache. Seit neun Jahren bin ich jetzt Single. Alles was anfällt, habe ich bislang weitestgehend allein geregelt. Das bin ich so gewohnt. Eigentlich habe ich das schon immer gemacht. Selbständigkeit liegt wohl in meiner Natur. Und jetzt sowas.
"Lassen Sie mal, das ist zu schwer." sagt Herr A und nimmt mir das Gerät, das ich gestern auch schon den ganzen Tag allein getragen habe, aus der Hand.
"Geben Sie mal her." sagt Herr B, "Das geht so viel leichter."
"Jaja, warte mal grad, ich mach das schon." C verordnet mir eine Pause und führt meine Arbeit zu Ende.
"Guten Tag, ich brauche bitte Preise für xyz, oder wie das genau heißt."
"Nein, bitte, wovon sprechen Sie? Was meinen Sie? Achso, Sie meinen wohl ... das heißt aber ..."
Es reicht mir, dass ich am Ende vermitteln konnte, was ich sagen wollte, auch wenn ich Herrn D nicht den exakten Fachausdruck liefern konnte. Er nickt mitfühlend, das höre ich sogar durchs Telefon, weiß er doch naturgemäß mehr als ich. Das soll so sein.
"Entschuldigung, ja, Sie haben Recht. Ich mache das zum ersten Mal."
Und dann holt er zu einem halbstündigen Vortrag über Estrichbeton aus, fertig Angemischten, in Säcken, 25 oder 40 Kg, 04er oder 08er Körnung, EN Norm, Kies und Zement, Mischverhältnis 1:3 oder 1:4, Fertigbeton, Anlieferung frei Grundstück inkl. 20 Minuten Abladezeit, jede weitere Stunde kostet extra, wenn man soundsoviel nimmt, dann sind das soundsoviel Schubkarren voll, da braucht man 4 Mann, um sie in derundder Zeit wegzukarren und gleich zu verarbeiten, Abbindeverzögerer ist auch schon reingemischt, da trocknet er etwas langsamer, undsoweiterundsofort. Und die Preise sind inklusive und Lieferung.
Ich bin froh, dass der Mann das weiß. Ich meine, jetzt weiß ich es auch, aber im nächsten Gespräch, wenn ich dann mitreden kann, dann fehlt mir ganz sicher wieder ein wichtiges Detail.
"Nein, bitte, wovon sprechen Sie? Was meinen Sie? Achso, Sie meinen wohl ... das heißt aber ..."
"Entschuldigung, ja, Sie haben Recht. Ich mache das zum ersten Mal."
Lauter patente Männer, die sich darum reißen, die Dinge für mich zu regeln. Sie sind allesamt ausgeliehen, aber das reicht mir auch vollkommen.
Ich bin gerne Single.
"Lassen Sie mal, das ist zu schwer." sagt Herr A und nimmt mir das Gerät, das ich gestern auch schon den ganzen Tag allein getragen habe, aus der Hand.
"Geben Sie mal her." sagt Herr B, "Das geht so viel leichter."
"Jaja, warte mal grad, ich mach das schon." C verordnet mir eine Pause und führt meine Arbeit zu Ende.
"Guten Tag, ich brauche bitte Preise für xyz, oder wie das genau heißt."
"Nein, bitte, wovon sprechen Sie? Was meinen Sie? Achso, Sie meinen wohl ... das heißt aber ..."
Es reicht mir, dass ich am Ende vermitteln konnte, was ich sagen wollte, auch wenn ich Herrn D nicht den exakten Fachausdruck liefern konnte. Er nickt mitfühlend, das höre ich sogar durchs Telefon, weiß er doch naturgemäß mehr als ich. Das soll so sein.
"Entschuldigung, ja, Sie haben Recht. Ich mache das zum ersten Mal."
Und dann holt er zu einem halbstündigen Vortrag über Estrichbeton aus, fertig Angemischten, in Säcken, 25 oder 40 Kg, 04er oder 08er Körnung, EN Norm, Kies und Zement, Mischverhältnis 1:3 oder 1:4, Fertigbeton, Anlieferung frei Grundstück inkl. 20 Minuten Abladezeit, jede weitere Stunde kostet extra, wenn man soundsoviel nimmt, dann sind das soundsoviel Schubkarren voll, da braucht man 4 Mann, um sie in derundder Zeit wegzukarren und gleich zu verarbeiten, Abbindeverzögerer ist auch schon reingemischt, da trocknet er etwas langsamer, undsoweiterundsofort. Und die Preise sind inklusive und Lieferung.
Ich bin froh, dass der Mann das weiß. Ich meine, jetzt weiß ich es auch, aber im nächsten Gespräch, wenn ich dann mitreden kann, dann fehlt mir ganz sicher wieder ein wichtiges Detail.
"Nein, bitte, wovon sprechen Sie? Was meinen Sie? Achso, Sie meinen wohl ... das heißt aber ..."
"Entschuldigung, ja, Sie haben Recht. Ich mache das zum ersten Mal."
Lauter patente Männer, die sich darum reißen, die Dinge für mich zu regeln. Sie sind allesamt ausgeliehen, aber das reicht mir auch vollkommen.
Ich bin gerne Single.
Donnerstag, 11. November 2010
48 Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf
"Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf: Machen Sie es jetzt gleich richtig. Wenn Sie vorhaben, es später zu machen, wird es anstrengender, teurer und womöglich machen Sie es nie."
Er darf. Die Rede ist vom Fußboden. Ich hatte beschlossen, dass ich meinen Traum von der Fußbodenheizung verabschiede, einfach aus Kostengründen. Ich kann mit wenig zurecht kommen. Das weiß ich. Und ich strecke mich nach der Decke, die ich habe.
Aber heute habe ich mich plötzlich umentschieden. Sogar mit dicken Wollsocken und gefütterten Winterstiefeln an den Füßen bemerke ich, wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf richte, wie kalt der Boden ist.
"Unter dem Holz ist Holz. Und dann kommt Sand." sagt der nette ältere Herr, der schon so viele Häuser in der Siedlung gesehen hat. "Manchmal ist noch eine Schicht Steine drunter, wenn man Glück hat. Meistens nicht."
Das Haus ist, wie die ganze Siedlung, 1944/45 als Behelfsheim Wohnsiedlung entstanden. Große Wahl hatte man damals ja nicht. Alles, was irgendwie zu kriegen war und halbwegs tauglich erschien, wurde verbaut. So sieht es nun auch aus. Verbaut. Klingeldrähte als Kabelersatz für Lampen und Steckdosen, mit Lüsterklemmen verbunden, Isolierband drum, fertig, und mitten durch die Strohisolierung an die passende Stelle quer über das Dach gezogen. Abenteuerlich. Manchmal denke ich, ich habe das Haus direkt von den drei kleinen Schweinchen bekommen. Gebaut aus Stroh, Pappe, Holz, ach, und nicht zu vergessen: Styropor. Das Haupthaus aber ist aus Steinen. Und Schweinchen bringen Glück.
Ich habe schon mindestens fünf Kubikmeter Schutt rausgekarrt, gefühlte neun. So, also auch noch der Boden raus.
Ich wollte ja schon immer mal lernen, wie man Estrich gießt und Fußbodenheizung verlegt. Und weil ich das Haus von den drei kleinen Schweinchen bekommen habe, weiß ich, dass ein Segen drauf liegt.
Er darf. Die Rede ist vom Fußboden. Ich hatte beschlossen, dass ich meinen Traum von der Fußbodenheizung verabschiede, einfach aus Kostengründen. Ich kann mit wenig zurecht kommen. Das weiß ich. Und ich strecke mich nach der Decke, die ich habe.
Aber heute habe ich mich plötzlich umentschieden. Sogar mit dicken Wollsocken und gefütterten Winterstiefeln an den Füßen bemerke ich, wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf richte, wie kalt der Boden ist.
"Unter dem Holz ist Holz. Und dann kommt Sand." sagt der nette ältere Herr, der schon so viele Häuser in der Siedlung gesehen hat. "Manchmal ist noch eine Schicht Steine drunter, wenn man Glück hat. Meistens nicht."
Das Haus ist, wie die ganze Siedlung, 1944/45 als Behelfsheim Wohnsiedlung entstanden. Große Wahl hatte man damals ja nicht. Alles, was irgendwie zu kriegen war und halbwegs tauglich erschien, wurde verbaut. So sieht es nun auch aus. Verbaut. Klingeldrähte als Kabelersatz für Lampen und Steckdosen, mit Lüsterklemmen verbunden, Isolierband drum, fertig, und mitten durch die Strohisolierung an die passende Stelle quer über das Dach gezogen. Abenteuerlich. Manchmal denke ich, ich habe das Haus direkt von den drei kleinen Schweinchen bekommen. Gebaut aus Stroh, Pappe, Holz, ach, und nicht zu vergessen: Styropor. Das Haupthaus aber ist aus Steinen. Und Schweinchen bringen Glück.
Ich habe schon mindestens fünf Kubikmeter Schutt rausgekarrt, gefühlte neun. So, also auch noch der Boden raus.
Ich wollte ja schon immer mal lernen, wie man Estrich gießt und Fußbodenheizung verlegt. Und weil ich das Haus von den drei kleinen Schweinchen bekommen habe, weiß ich, dass ein Segen drauf liegt.
Mittwoch, 10. November 2010
47 Ach, doch nicht
Es wird nicht wärmer, und da dachte ich, besprech ich noch schnell mit meiner Nachbarin, wie ich mir das Öl abholen kann, das sie mir geschenkt hatte. Als ich klingele, lugt sie um die Ecke ihres Häuschens.
"Wer da?"
"Hallo, ich bins, Christiane Schinkel. Doris hatte mich Ihnen vorgestellt, Sie haben mir vor einer guten Woche das Öl geschenkt."
"Ah, hallo! Gut, dass Sie da sind, ich wollte schon gern mit Ihnen reden."
Ein ernster Unterton schwingt in ihrer Stimme mit, etwas, was mir nicht so richtig gefällt.
"Ja?"
"Ja. Wissen Sie, das mit dem Öl, das klappt leider nicht."
"Nein?"
"Nein. Ich habe es schon vorher jemand angeboten, und da war ich wohl etwas vorschnell mit Ihnen. Er hat jetzt jemand gefunden, der es abnimmt."
"Ach."
"Es ist auch schon abgeholt. Zwei waren hier, und haben es gleich abgepumpt und mitgenommen."
Kein Öl. Das Öl ist bereits verschenkt. Da disponiere ich gedanklich gleich mal um. Wer weiß wofür es gut ist.
"Es tut mir leid", sagt sie und wirkt verlegen.
"Ist schon gut." sage ich, "Es ist ein wenig enttäuschend, weil sie es mir ja geschenkt hatten. Aber nun, wenn es jetzt so ist, dann ist es eben jetzt so."
"Ja?" Sie schaut mich forschend an, ob ich wirklich meine, was ich da gerade sage.
Ich meine wirklich, was ich da gerade sage.
"Immerhin haben Sie mir an dem Tag, und für die folgenden zwei Wochen, eine große Freude bereitet", beruhige ich sie, "Das hat mir auch schon sehr geholfen."
So richtig sicher scheint sie sich nicht zu sein, wie ich das meine. Aber anders kann ich es auch nicht sagen. Tatsächlich ist es ja keine so schöne Sache, Wort ist Wort, sollte man meinen. Aber das hält ja jeder wie er kann. Oder sie.
Als ich zurück zu meinem Häuschen schlendere, überlege ich, wie ich die Räume während der Renovierung warm bekomme. Und beschließe, dass sich eine viel bessere Lösung auf ganz leichte Weise eröffnen wird, und dass ich sofort aufhören kann, anzufangen, mir darüber Gedanken zu machen. Zeitverschendung. Lieber freue ich mich noch ein bisschen, beim Näherkommen zu sehen, wie mein Haus aus dem Fenster hell in die Dunkelheit meines Gartens leuchtet. Wie schön und heimelig das schon aussieht! Wie schön und heimelig es dann in Wirklichkeit bald schon ist!! Das ist meine Freude heute.
"Wer da?"
"Hallo, ich bins, Christiane Schinkel. Doris hatte mich Ihnen vorgestellt, Sie haben mir vor einer guten Woche das Öl geschenkt."
"Ah, hallo! Gut, dass Sie da sind, ich wollte schon gern mit Ihnen reden."
Ein ernster Unterton schwingt in ihrer Stimme mit, etwas, was mir nicht so richtig gefällt.
"Ja?"
"Ja. Wissen Sie, das mit dem Öl, das klappt leider nicht."
"Nein?"
"Nein. Ich habe es schon vorher jemand angeboten, und da war ich wohl etwas vorschnell mit Ihnen. Er hat jetzt jemand gefunden, der es abnimmt."
"Ach."
"Es ist auch schon abgeholt. Zwei waren hier, und haben es gleich abgepumpt und mitgenommen."
Kein Öl. Das Öl ist bereits verschenkt. Da disponiere ich gedanklich gleich mal um. Wer weiß wofür es gut ist.
"Es tut mir leid", sagt sie und wirkt verlegen.
"Ist schon gut." sage ich, "Es ist ein wenig enttäuschend, weil sie es mir ja geschenkt hatten. Aber nun, wenn es jetzt so ist, dann ist es eben jetzt so."
"Ja?" Sie schaut mich forschend an, ob ich wirklich meine, was ich da gerade sage.
Ich meine wirklich, was ich da gerade sage.
"Immerhin haben Sie mir an dem Tag, und für die folgenden zwei Wochen, eine große Freude bereitet", beruhige ich sie, "Das hat mir auch schon sehr geholfen."
So richtig sicher scheint sie sich nicht zu sein, wie ich das meine. Aber anders kann ich es auch nicht sagen. Tatsächlich ist es ja keine so schöne Sache, Wort ist Wort, sollte man meinen. Aber das hält ja jeder wie er kann. Oder sie.
Als ich zurück zu meinem Häuschen schlendere, überlege ich, wie ich die Räume während der Renovierung warm bekomme. Und beschließe, dass sich eine viel bessere Lösung auf ganz leichte Weise eröffnen wird, und dass ich sofort aufhören kann, anzufangen, mir darüber Gedanken zu machen. Zeitverschendung. Lieber freue ich mich noch ein bisschen, beim Näherkommen zu sehen, wie mein Haus aus dem Fenster hell in die Dunkelheit meines Gartens leuchtet. Wie schön und heimelig das schon aussieht! Wie schön und heimelig es dann in Wirklichkeit bald schon ist!! Das ist meine Freude heute.
Montag, 8. November 2010
46 Da beißt die Maus den Faden ab
![]() |
| vorher |
![]() |
| mittendrin |

![]() | |
| nachher |
"Na, ich." antworte ich. Es ist ja sonst auch keiner da.
"Nee" sagt er, "nee, du? Danach hast du kein Leben mehr. Das schaffst du nicht."
"Wieso?" wundere ich mich, "ich glaube, du unterschätzt mich. Ich bin zäh."
"Ja, aber das ist zu schwer."
Na, das wollen wir doch mal sehen.
Abends kehre ich das Zimmer besenrein. Den Schutt habe ich in meine Kippe gebracht. Allein. Warum auch nicht.
Die nette Vereins-Schriftführerin und ihr Freund kommen vorbei, um sich das Haus anzuschauen.
"Das sieht ja schon ganz anders aus. Heller, größer, luftiger", staunen sie. Von Luft habe ich in den letzten Stunden nicht wirklich viel gemerkt, obwohl ich glaube, dass auch davon ein wenig im Raum hing, gut versteckt zwischen den Myriarden von Staubpartikelchen, die mich jede Sekunde meine Staubmaske haben genießen lassen.
"Mein Kumpel hat gesagt, ich schaffe nicht, den Schutt wegzukarren. Aber was ich will, das gelingt mir auch."
"Das ist mir auch schon aufgefallen" sagt sie und ich frage mich noch, wie sie das meint. Sie kennt mich doch noch gar nicht lange.
"Fleißig, fleißig." lobt sie und hängt "Das wird richtig schön." hintendran.
Das ist das Schönste, was ich zur Zeit hören mag. Am liebsten lade ich mir Leute ein, die in der Lage sind, zu sagen "Das wird richtig schön!" Mit Ausrufenzeichen gefällt es mir besonders gut. Weniger beliebt ist bei mir der Satz "Oh, das ist aber noch richtig viel Arbeit.", womöglich noch kombiniert mit einem Stirnrunzeln oder einem betroffenen Blick im Gesicht. Es liegt nicht daran, dass sie nicht recht hätten, als vielmehr daran, dass dieser Spruch demotivierend wirkt. Das merken die "Oh, das ist aber noch richtig viel Arbeit."-Sager natürlich nicht, sie meinen es ja auch nur gut mit mir. Ich aber merke das, und deshalb habe ich mir jetzt schon eine flotte Antwort zum Ausbremsen der im Satz versteckten Mutlosigkeit ausgedacht.
Ich sage dann "Ja, ist das nicht toll? Und wie schön es dann wird, ich freu mich schon!" Meist fällt ihnen dann nichts mehr ein, weil sie ihren Faden an mich verloren haben. Vielleicht ist Faden abnehmen nicht so angesagt, aber das hier ist mein Haus, und da bestimme ich, wieviel Negativität ich hineinlasse.
Meine andere Nachbarin darf auch gern wiederkommen.
"Wow, sieht schon viel größer aus", sagt sie, und "Das wird sehr schön, das kann ich mir schon gut vorstellen." Wir nicken beide.
"Komm doch mal wieder, hier tut sich jeden Tag was Neues." biete ich ihr an. Und dann gehe ich zufrieden nach Haus.
Sonntag, 7. November 2010
45 Shoppen
Das ist ja sonst nicht so mein Thema. Nun jedoch bin ich gefordert. Kaufen kaufen kaufen. Wo bekomme ich was am günstigsten? Die Kapp- und Gehrungssäge, die ich mir nun nach gutem Rat anschaffen möchten werde, kostet im Baumarkt A soundsoviel, im Baumarkt B das gleiche, aber... da sind gleich zwei Sägeblätter dabei. Baumarkt C bietet, zum gleichen Preis übrigens, wahrscheinlich um die Verwirrung zu steigern, das gleiche mit Maßmarkierung.
Oder Dämmmaterialien, ich kaufe ab heute gerne Dämmmaterialien. Wo nur gibt es die besten? Eine gute Frage, wirklich, eine sehr gute Frage. Ich habe dazu noch keine Antwort. Nur den Auftrag, das zu ändern.
Letzte Woche bin ich von Null auf Hundert zum Top-Kunden beim Baumarkt D avanciert. Aufgrund meiner Zugehörigkeit zu unserem Kleinhausverein bin ich jetzt, nach Vorweisen meines Vertrages, mit einer Kundenkarte ausgestattet. 10% bekomme ich auf alles. Ist das nicht toll? Schnell habe ich gemerkt, dass D bestimmt 12% teurer ist als andere. Dennoch, als ich mein erstes Top-Kunden Produkt für Haus und Bau 10% ermäßigt kaufe, die besagte Ofenklappe war das, fühle ich mich sofort deutlich kompetenter und merke förmlich, wie ich jetzt dazu gehöre. Zu den Häuslern. Eine eigene neue Welt. 10% ermäßigt. Schlitzohren. Und doch, ein schönes Gefühl.
Nun also werde ich als nächstes das Schnäppchen aller Schnäppchen ershoppen: Eine Eckzarge, Metall, links, 86er Türblatt. Erstmal ohne Türblatt. Das werde ich bei A, B, C, E, F oder G tun, denke ich. Es sei denn, D schlägt sie doch alle, mit der Top-Kunden Karte. Man weiß es ja nicht.
Oder Dämmmaterialien, ich kaufe ab heute gerne Dämmmaterialien. Wo nur gibt es die besten? Eine gute Frage, wirklich, eine sehr gute Frage. Ich habe dazu noch keine Antwort. Nur den Auftrag, das zu ändern.
Letzte Woche bin ich von Null auf Hundert zum Top-Kunden beim Baumarkt D avanciert. Aufgrund meiner Zugehörigkeit zu unserem Kleinhausverein bin ich jetzt, nach Vorweisen meines Vertrages, mit einer Kundenkarte ausgestattet. 10% bekomme ich auf alles. Ist das nicht toll? Schnell habe ich gemerkt, dass D bestimmt 12% teurer ist als andere. Dennoch, als ich mein erstes Top-Kunden Produkt für Haus und Bau 10% ermäßigt kaufe, die besagte Ofenklappe war das, fühle ich mich sofort deutlich kompetenter und merke förmlich, wie ich jetzt dazu gehöre. Zu den Häuslern. Eine eigene neue Welt. 10% ermäßigt. Schlitzohren. Und doch, ein schönes Gefühl.
Nun also werde ich als nächstes das Schnäppchen aller Schnäppchen ershoppen: Eine Eckzarge, Metall, links, 86er Türblatt. Erstmal ohne Türblatt. Das werde ich bei A, B, C, E, F oder G tun, denke ich. Es sei denn, D schlägt sie doch alle, mit der Top-Kunden Karte. Man weiß es ja nicht.
44 Los
Als ich gestern bei meinem Auto-Veit war, habe ich ihm erzählt, dass ich ein Haus gekauft hab. Da hat er nicht schlecht gestaunt. Wenn er wüsste, dass das Haus in etwa der Klasse meines Auto entspricht, wäre er vielleicht weniger begeistert.
"Es muss aber noch komplett neu gemacht werden", beschwichtige ich. "Schließlich war es ziemlich preiswert, im Prinzip", lege ich nach.
"Und, weißt Du, wie Du das machst?" fragt er, nicht ohne Überraschung in der Stimme.
"Nein, weiß nicht, ich habe keinen Plan. Aber vorgestern ist Ludwig gekommen, der hat Plan."
"Ha", lacht er auf, "Du bist ne Marke. Keinen Plan. Na, wird schon gut gehen. Du hast ja schon oft keinen Plan gehabt und es ist immer gut gegangen."
"Wird schon gut gehen." wiederholt er, wie um sich ein bisschen weniger zu wundern.
Ludwig ist da. Und mit ihm der Plan. Es ist ein Segen und Ludwig ist der Engel dazu.
"Da schneiden wir hier die Wand raus, und dann setzen wir eine Tür rein, 86er Türblatt, Metall Eckzarge links. Und hier ziehen wir eine Wand rein. Erstmal isolieren wir die Decke, klar, und hier wo die Fliesen sind, da kommt Rigips drüber, das isoliert. Der Stromschaltkasten muss verlegt werden, da frage ich mal den Thomas. Und dann machen wir uns mal Gedanken über...und auch... ja, das machen wir so... und so..."
Ich verstehe im Moment nur etwa zwei Drittel von dem, was er mir so ausführlich erläutert. Wie gesagt, Plan hatte ich bisher gar nicht. Aber dass das nicht so bleiben wird, ist so sicher wie das Pupsen nach einem Teller voller Bohnen. Das kann ich hier und heute garantieren. Bald weiß ich genau, wie man ein Haus baut.
Thomas kommt und guckt. Ich sage den Jungs, heute ist nämlich der Geburtstag meines Sohnes und die Hütte ist voll von Vierzehnjährigen, dass sie die Geburtstagstorten im Ofen beim Klingeln rausnehmen sollen, und fahre schnell zum Häuschen. Thomas und Ludwig haben schon einige Ideen und müssen mich dies und das fragen dazu. Ich habe den Plan des Hauses größer kopiert. Er dient den beiden als Grundlage für rege Diskussion. Welche Stromleitungen liegen hier? Wo ist der Schaltkasten? Was willst du später anschließen? Wo soll was hin? Wieviel Leitungs-Quadratmeter - oder so ähnlich. Die Einheit ist mir auch neu. Thomas zaubert aus der linken Hand Ideen und Vorschläge. Ich finde Handwerker toll. Was die immer gleich so wissen, und was sie dann daraus machen. Das ist mehr als Laberei. Das hat Hand und Fuß. Mein Haus hat auch bald Hand und Fuß.
Wir gehen raus auf den Fußweg vorm Haus. Ich klingele bei Andre, meinem Nachbarn, der hatte mir von 220 Volt und Kraftstrom, von Schaltkästen und Leitungen erzählt. Ich denke, wir fragen ihn mal, vielleicht kann er was sagen dazu. Zum Glück ist er da. Und er kommt raus. Gerade als er anfängt zu erzählen, was er weiß, kommt der Vereinsvorsitzende herbei geeilt.
"Dass hier kein Drehstrom liegt, brauchen Sie mir nicht zu erzählen. Das weiß ich schon" sagt er und grinst verschmitzt. Ein netter Vereinsvorsitzender, finde ich, ich schließe ihn gleich in mein Herz.
"Fragen Sie doch die, die es wissen. Kurz mal klimngeln geht doch schnell." sagt er, und ich staune immer noch, dass er, wie aus dem Nichts, genau passend zu unserem Gespräch gestoßen ist.
Thomas, Ludwig, Andre und er fachsimpeln, wie und wo am besten die Leitung langzuziehen ist.
"Aber auf dem Weg wird das Kabel nicht schief gelegt", betont er ausdrücklich.
"Nein, nein!" sagt Thomas, "natürlich nicht! Wir tackern es hier oben am Zaun lang, und dann hier um die Ecke, als Geländer..."
"... ha, ja" kontert nach einer kurzen Pause der Vereinsvorsitzende, der auch einen Namen hat, nämlich Herr P, "Ja, man kann auch Lampions daran befestigen."
Vier Männer und ich lachen, ich finde, es macht Spaß ein kaputtes Haus zu haben. Sonst wäre doch dieses Gespräch so nie entstanden.
"Es muss aber noch komplett neu gemacht werden", beschwichtige ich. "Schließlich war es ziemlich preiswert, im Prinzip", lege ich nach.
"Und, weißt Du, wie Du das machst?" fragt er, nicht ohne Überraschung in der Stimme.
"Nein, weiß nicht, ich habe keinen Plan. Aber vorgestern ist Ludwig gekommen, der hat Plan."
"Ha", lacht er auf, "Du bist ne Marke. Keinen Plan. Na, wird schon gut gehen. Du hast ja schon oft keinen Plan gehabt und es ist immer gut gegangen."
"Wird schon gut gehen." wiederholt er, wie um sich ein bisschen weniger zu wundern.
Ludwig ist da. Und mit ihm der Plan. Es ist ein Segen und Ludwig ist der Engel dazu.
"Da schneiden wir hier die Wand raus, und dann setzen wir eine Tür rein, 86er Türblatt, Metall Eckzarge links. Und hier ziehen wir eine Wand rein. Erstmal isolieren wir die Decke, klar, und hier wo die Fliesen sind, da kommt Rigips drüber, das isoliert. Der Stromschaltkasten muss verlegt werden, da frage ich mal den Thomas. Und dann machen wir uns mal Gedanken über...und auch... ja, das machen wir so... und so..."
Ich verstehe im Moment nur etwa zwei Drittel von dem, was er mir so ausführlich erläutert. Wie gesagt, Plan hatte ich bisher gar nicht. Aber dass das nicht so bleiben wird, ist so sicher wie das Pupsen nach einem Teller voller Bohnen. Das kann ich hier und heute garantieren. Bald weiß ich genau, wie man ein Haus baut.
Thomas kommt und guckt. Ich sage den Jungs, heute ist nämlich der Geburtstag meines Sohnes und die Hütte ist voll von Vierzehnjährigen, dass sie die Geburtstagstorten im Ofen beim Klingeln rausnehmen sollen, und fahre schnell zum Häuschen. Thomas und Ludwig haben schon einige Ideen und müssen mich dies und das fragen dazu. Ich habe den Plan des Hauses größer kopiert. Er dient den beiden als Grundlage für rege Diskussion. Welche Stromleitungen liegen hier? Wo ist der Schaltkasten? Was willst du später anschließen? Wo soll was hin? Wieviel Leitungs-Quadratmeter - oder so ähnlich. Die Einheit ist mir auch neu. Thomas zaubert aus der linken Hand Ideen und Vorschläge. Ich finde Handwerker toll. Was die immer gleich so wissen, und was sie dann daraus machen. Das ist mehr als Laberei. Das hat Hand und Fuß. Mein Haus hat auch bald Hand und Fuß.
Wir gehen raus auf den Fußweg vorm Haus. Ich klingele bei Andre, meinem Nachbarn, der hatte mir von 220 Volt und Kraftstrom, von Schaltkästen und Leitungen erzählt. Ich denke, wir fragen ihn mal, vielleicht kann er was sagen dazu. Zum Glück ist er da. Und er kommt raus. Gerade als er anfängt zu erzählen, was er weiß, kommt der Vereinsvorsitzende herbei geeilt.
"Dass hier kein Drehstrom liegt, brauchen Sie mir nicht zu erzählen. Das weiß ich schon" sagt er und grinst verschmitzt. Ein netter Vereinsvorsitzender, finde ich, ich schließe ihn gleich in mein Herz.
"Fragen Sie doch die, die es wissen. Kurz mal klimngeln geht doch schnell." sagt er, und ich staune immer noch, dass er, wie aus dem Nichts, genau passend zu unserem Gespräch gestoßen ist.
Thomas, Ludwig, Andre und er fachsimpeln, wie und wo am besten die Leitung langzuziehen ist.
"Aber auf dem Weg wird das Kabel nicht schief gelegt", betont er ausdrücklich.
"Nein, nein!" sagt Thomas, "natürlich nicht! Wir tackern es hier oben am Zaun lang, und dann hier um die Ecke, als Geländer..."
"... ha, ja" kontert nach einer kurzen Pause der Vereinsvorsitzende, der auch einen Namen hat, nämlich Herr P, "Ja, man kann auch Lampions daran befestigen."
Vier Männer und ich lachen, ich finde, es macht Spaß ein kaputtes Haus zu haben. Sonst wäre doch dieses Gespräch so nie entstanden.
Mittwoch, 3. November 2010
43 Der Plan
Mein Haus hat einen Kamin. Und daran ist ein kleines Öl-Kachelöfchen angeschlossen. Hübsch, wie ich finde. Und praktikabel, weil ich ja jetzt 1000 Liter Heizöl habe. Im Januar diesen Jahres hatte der Schornsteinfeger einen Mängelbericht erstellt, weil unten am Kamin die Reinigungsklappe fehlt. Es bestünde Brandgefahr beim Heizen. Es muss also erst eine neue Klappe eingesetzt werden, bevor der Ofen genutzt werden darf. 100 Euro soll das kosten. Mein Nachbar Frank hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich das auch selber einsetzen kann. Selber machen ist gut.
Die Klappe, die ich daraufhin gekauft hab, passte aber nicht, dachte ich, weshalb ich sie zurückbringe und einen Termin mit dem Schornsteinfeger verabrede. 100 Euro hin oder her, ich brauche ja den Ofen.
Als Johannes letzte Woche Fußballprobetrainig hat, warte ich auf dem Platz, um zuzuschauen. Der Platzwart kommt vorbei und als ich grüße, erkenne ich, dass es Frank ist, mein neuer Nachbar vis-à-vis.
"Frank!"
Er dreht sich um und lächelt, als er mich erkennt.
"Du bist der Platzwart, das ist ja toll. Da hast du letzte Woche die Jacke von meinem Sohn gefunden, was? Wie geht es Dir? "
"Gut! Und Dir? Wie kommst du voran? Hast du schon die Klappe eingebaut?"
Ich erkläre kurz, was passiert ist.
"Warum hast du denn nicht mich gefragt?"
"Hätte ich das tun sollen?" frage ich verlegen.
"Na ja, klar, warum nicht? Ich kann sie dir doch einbauen."
"Ja? Wirklich?"
Er nickt zustimmend.
"Eigentlich wäre der Termin gestern gewesen, aber da hat er verschoben. Zum Glück."
Am nächsten Morgen sage ich dem Schornsteinfeger gleich ab.
Klappe Nr. 2 wird also heute von Frank eingebaut. Der ist noch grad bei unserer Nachbarin gegenüber, um etwas zu reparieren. Als er fertig ist, kommt er rüber.
"Passt doch super. Ich haue fix die alten Klappenreste raus, klebe die neue mit Mörtel rein, kann sie auch reinschrauben, das geht alles schnell."
"Ja." stimme ich zu, das geht bestimmt schnell. Dann lasse ich ihn alleine, denn ich will noch eine Wagenladung Sperrmüll zur BSR bringen, bevor der Dachdecker kommt. Als ich wieder komme, sitzt sie unten am Kamin, fest, zum Auf- und Zumachen. Toll.
Ich klingle bei Frank und frage, ob ich ihm etwas dafür geben darf.
"Ah", winkt er ab "Behalt es selber."
"Darf ich Dir ein Brot dafür backen?"
Er wirkt irritiert.
"Ich backe das beste Brot von Berlin."
"Ja, äh, gut." sagt er.
Wird gemacht.
Das Wichtigste ist ein Plan. Damit klar ist, was gemacht werden muss, in welcher Reihenfolge, wieviel Zeit was braucht, und wie teuer alles wird. Vor allem das. Vorher fängt man besser gar nicht an. Das kann sonst alles schnell aus dem Ruder laufen.
Ich stell mir vor, dass ich bald einen super Plan hab. Da habe ich völliges Vertrauen. Denn morgen kommt Ludwig. Er hat Erfahrung. Plan haben gehört zu seinen Spezialitäten. Und Torte backen, aber das ist eine andere Baustelle.
Auf Ludwigs Bestreben hin war heute der Dachdecker da. Als er in den Dachboden schaute, war seine erste Bemerkung "Das sieht ja schonmal gut aus." Sehr beruhigend, sehr sehr beruhigend finde ich das.
Die Zwischendecke muss raus, sagt er, damit er auch die Balken in der Decke beurteilen kann.
Die Klappe, die ich daraufhin gekauft hab, passte aber nicht, dachte ich, weshalb ich sie zurückbringe und einen Termin mit dem Schornsteinfeger verabrede. 100 Euro hin oder her, ich brauche ja den Ofen.
Als Johannes letzte Woche Fußballprobetrainig hat, warte ich auf dem Platz, um zuzuschauen. Der Platzwart kommt vorbei und als ich grüße, erkenne ich, dass es Frank ist, mein neuer Nachbar vis-à-vis.
"Frank!"
Er dreht sich um und lächelt, als er mich erkennt.
"Du bist der Platzwart, das ist ja toll. Da hast du letzte Woche die Jacke von meinem Sohn gefunden, was? Wie geht es Dir? "
"Gut! Und Dir? Wie kommst du voran? Hast du schon die Klappe eingebaut?"
Ich erkläre kurz, was passiert ist.
"Warum hast du denn nicht mich gefragt?"
"Hätte ich das tun sollen?" frage ich verlegen.
"Na ja, klar, warum nicht? Ich kann sie dir doch einbauen."
"Ja? Wirklich?"
Er nickt zustimmend.
"Eigentlich wäre der Termin gestern gewesen, aber da hat er verschoben. Zum Glück."
Am nächsten Morgen sage ich dem Schornsteinfeger gleich ab.
Klappe Nr. 2 wird also heute von Frank eingebaut. Der ist noch grad bei unserer Nachbarin gegenüber, um etwas zu reparieren. Als er fertig ist, kommt er rüber.
"Passt doch super. Ich haue fix die alten Klappenreste raus, klebe die neue mit Mörtel rein, kann sie auch reinschrauben, das geht alles schnell."
"Ja." stimme ich zu, das geht bestimmt schnell. Dann lasse ich ihn alleine, denn ich will noch eine Wagenladung Sperrmüll zur BSR bringen, bevor der Dachdecker kommt. Als ich wieder komme, sitzt sie unten am Kamin, fest, zum Auf- und Zumachen. Toll.
Ich klingle bei Frank und frage, ob ich ihm etwas dafür geben darf.
"Ah", winkt er ab "Behalt es selber."
"Darf ich Dir ein Brot dafür backen?"
Er wirkt irritiert.
"Ich backe das beste Brot von Berlin."
"Ja, äh, gut." sagt er.
Wird gemacht.
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| Neue Klappe, Gott sei Dank! (Liegen ist hoffentlich weniger schmerzhaft...) |
Ich stell mir vor, dass ich bald einen super Plan hab. Da habe ich völliges Vertrauen. Denn morgen kommt Ludwig. Er hat Erfahrung. Plan haben gehört zu seinen Spezialitäten. Und Torte backen, aber das ist eine andere Baustelle.
Auf Ludwigs Bestreben hin war heute der Dachdecker da. Als er in den Dachboden schaute, war seine erste Bemerkung "Das sieht ja schonmal gut aus." Sehr beruhigend, sehr sehr beruhigend finde ich das.
Die Zwischendecke muss raus, sagt er, damit er auch die Balken in der Decke beurteilen kann.
Dienstag, 2. November 2010
42 Nee lass mal
Gerd hat Ahnung, und zwar richtig viel. Deshalb bin ich glücklich, als er mir zusagt, das Häuschen zu begutachten. Heute morgen war es soweit.
Er sieht gleich, dass viel zu tun ist. Naja, wie könnte man das Offensichtliche denn auch übersehen? Das Schöne für mich ist, dass er es richtig gut findet; Preis angemessen und Substanz ausreichend gut für ein Haus, das nunmal sarniert werden muss, wie alle Häuser, die kurz nach dem Krieg gebaut wurden. Der Dachstuhl ist noch mit Dielenbrettern aus Bombenhäusern zusammen gezimmert, der Giebel gemauert aus Trümmersteinen. Katharina hatte damals in der Nachkriegszeit mit einer Freundin pro Trümmerstein 5 Pfennige bekommen, und sie sagt, das Geld ist ihnen nicht geschenkt worden.
Zurück. Die Wasserleitung. Gerd weiß gleich, was zu tun ist und gibt mir Tipps. In jedem Fall vereinfacht die neue Küchenplanung das Ganze.
Nun weiß Gerd ja auch über mein Budget Bescheid. Also schaut er mit einem Spar-Auge. Dabei fällt der Plan über den Jordan, die Decke im Zimmer wegzumachen, um es bis hoch ins Dach zu öffnen. Ich schlucke. Klar, ja, natürlich. Ich verstehe, dass man eine Menge Arbeit und Materialgeld sparen kann. Aber was ist mein Haus mit einer gewöhnlichen, niedrigen Zimmerdecke?
Aber gut. Ein bisschen Schwund ist immer. Ich finde mich schon mit der Reduzierung zurecht. Wenn auch ungern. Wirklich.
Als ich abends meinen Sohn von seinem Klassenkameraden abhole, bittet mich die Mutter zum ersten Mal herein. Wir plauschen ein wenig, sie hat bereits Erfahrung mit Hausbau. Interessant, wie schnell sich der Themenkreis ändert. Nun, hab ich glaub ich gestern schon erwähnt.
Also zeigt sie mir ihr Haus. Schlüsselfertig, mit allem Drum und Dran. Ist natürlich eine andere Liga, das ist schon klar. Als ich aber in die erste Etage komme, tränt mir fast das Herz. Bis hoch hoch ins Dach läuft die Decke. Wie bei mir... bevor ich den Plan heute morgen begraben hab.
Ich argumentiere herum, um ihr, und wohl vor allem mir, zu erklären, warum ich die Decke nun nicht rausnehme.
"Was man am Anfang nicht macht, wird später viel mehr Aufwand und vor allem teurer." sagt sie.
Ja, ich weiß ja.
Später, als ich mit Linda telefoniere, sagt sie nur: "Christiane, ich hab dein Haus noch nichtmal gesehen. Aber wenn du die Decke drin lässt, dann ist das nicht dein Haus."
Ich glaub, die Decke kommt doch raus.
Er sieht gleich, dass viel zu tun ist. Naja, wie könnte man das Offensichtliche denn auch übersehen? Das Schöne für mich ist, dass er es richtig gut findet; Preis angemessen und Substanz ausreichend gut für ein Haus, das nunmal sarniert werden muss, wie alle Häuser, die kurz nach dem Krieg gebaut wurden. Der Dachstuhl ist noch mit Dielenbrettern aus Bombenhäusern zusammen gezimmert, der Giebel gemauert aus Trümmersteinen. Katharina hatte damals in der Nachkriegszeit mit einer Freundin pro Trümmerstein 5 Pfennige bekommen, und sie sagt, das Geld ist ihnen nicht geschenkt worden.
Zurück. Die Wasserleitung. Gerd weiß gleich, was zu tun ist und gibt mir Tipps. In jedem Fall vereinfacht die neue Küchenplanung das Ganze.
Nun weiß Gerd ja auch über mein Budget Bescheid. Also schaut er mit einem Spar-Auge. Dabei fällt der Plan über den Jordan, die Decke im Zimmer wegzumachen, um es bis hoch ins Dach zu öffnen. Ich schlucke. Klar, ja, natürlich. Ich verstehe, dass man eine Menge Arbeit und Materialgeld sparen kann. Aber was ist mein Haus mit einer gewöhnlichen, niedrigen Zimmerdecke?
Aber gut. Ein bisschen Schwund ist immer. Ich finde mich schon mit der Reduzierung zurecht. Wenn auch ungern. Wirklich.
Als ich abends meinen Sohn von seinem Klassenkameraden abhole, bittet mich die Mutter zum ersten Mal herein. Wir plauschen ein wenig, sie hat bereits Erfahrung mit Hausbau. Interessant, wie schnell sich der Themenkreis ändert. Nun, hab ich glaub ich gestern schon erwähnt.
Also zeigt sie mir ihr Haus. Schlüsselfertig, mit allem Drum und Dran. Ist natürlich eine andere Liga, das ist schon klar. Als ich aber in die erste Etage komme, tränt mir fast das Herz. Bis hoch hoch ins Dach läuft die Decke. Wie bei mir... bevor ich den Plan heute morgen begraben hab.
Ich argumentiere herum, um ihr, und wohl vor allem mir, zu erklären, warum ich die Decke nun nicht rausnehme.
"Was man am Anfang nicht macht, wird später viel mehr Aufwand und vor allem teurer." sagt sie.
Ja, ich weiß ja.
Später, als ich mit Linda telefoniere, sagt sie nur: "Christiane, ich hab dein Haus noch nichtmal gesehen. Aber wenn du die Decke drin lässt, dann ist das nicht dein Haus."
Ich glaub, die Decke kommt doch raus.
Montag, 1. November 2010
41 Oder man macht es ganz anders
Das mit dem Styropor hat nicht geklappt. Die Müllabfuhr hat meine Säcke einfach liegen gelassen. Ich grübele, an welchen Straßenecken ich gestern Säcke abgelegt hatte und fahre durch den Block, um sie wieder einzusammeln.
Bei der BSR erfahre ich, dass das kein Grüner Punkt Müll ist, sondern Hausmüll. Wieviel Wochen ich wohl brauche, bis ich den Inhalt der Tüten im Hausmüll versenkt habe...?
Bei meiner Fahrt durch die Stadt fällt mir auf, dass ich plötzlich überall Mülltonnen sehe. Mein Fokus verändert sich. Aus dem Briefkasten hatte ich heute morgen das erste Mal die Baumarkt Werbebeilage gefischt, die sonst gleich in den Müll wandert, gründlich studiert und mich dabei über Angebote von Dämmmaterialien gefreut.
Als Meryem heute vormittag das Haus besichtigt, ist sie sehr erfreut. Nur meine Pläne findet sie veränderungswürdig. Sie fasst es kurz zusammen.
"Die große Wohnküche nach hinten raus. Viel Glas. Das Bad vergrößern. Das Wohnzimmer zum Kinderzimmer machen. Die Küche zu deinem Schlafzimmer. Eine Terasse vor der Küche, mit einem kleinen Weg nach hinten zum Gemüsebeet."
Plötzlich finde ich das auch.
Aber dann müssten alle Leitungen verlegt werden. Was für ein Aufwand. Die Küche nach hinten? Wirklich?
Sie sagt, ich brauche einen Architekten.
Ja, klar, dass mir das noch nicht eingefallen ist.
Yosef! Aus Haifa!
Da fällt mir ein, Carola hat mir neulich ihr großes Wohnzimmerfenster angeboten, mit Terassentür. Ich dachte, ich kann nichts damit anfangen. Ich ruf sie heute abend an.
Am Tor steht ein Mann und schaut zu uns, wie wir da im Garten stehen. Ich winke. Er lacht. Wer ist das? Habe ich einen Handwerkertermin vergessen?
"Ich geh mal eben schauen, ja?" Meryem folgt mir nach vorn zum Törchen.
"Guten Tag, R mein Name."
"Sehr erfreut, Christiane Schinkel."
Wir schütteln uns freundlich unsere Hände.
"Ich bin ein guter Nachbar der Siedlung, ich kenne hier alle. Ihren Hausvorbesitzer Herrn K habe ich auch gut gekannt."
"Wie schön!"
"Sie sollten die Wasserleitungen komplett neu verlegen. Das kann ich Ihnen nur raten. Komplett, ab Zuleitung." Er nickt und macht eine ernste Miene.
Wie kommt er denn jetzt darauf?
"Huhu!" ruft es plötzlich. Der Vereinsvorsitzende steht an seinem Fenster im ersten Stock seines Hauses, 30 Meter den Weg hinauf, und winkt zu uns herüber.
"Hallo!" Herr R winkt zurück. "Und wenn Sie mal Fragen haben, dann erzähle ich Ihnen gerne etwas. Nicht sagen, erzählen meine ich."
"Ja, da komme ich bestimmt sehr gern drauf zurück. Vielen Dank!"
"Tschüß!"
Herr R dreht sich um und geht weiter, zu seinem Freund dem Vereinsvorsitzenden.
"Bis bald."
"Das Fenster kommt inklusive Rolläden", sagt Carola abends am Telefon "Nächstes Frühjahr."
Bei der BSR erfahre ich, dass das kein Grüner Punkt Müll ist, sondern Hausmüll. Wieviel Wochen ich wohl brauche, bis ich den Inhalt der Tüten im Hausmüll versenkt habe...?
Bei meiner Fahrt durch die Stadt fällt mir auf, dass ich plötzlich überall Mülltonnen sehe. Mein Fokus verändert sich. Aus dem Briefkasten hatte ich heute morgen das erste Mal die Baumarkt Werbebeilage gefischt, die sonst gleich in den Müll wandert, gründlich studiert und mich dabei über Angebote von Dämmmaterialien gefreut.
Als Meryem heute vormittag das Haus besichtigt, ist sie sehr erfreut. Nur meine Pläne findet sie veränderungswürdig. Sie fasst es kurz zusammen.
"Die große Wohnküche nach hinten raus. Viel Glas. Das Bad vergrößern. Das Wohnzimmer zum Kinderzimmer machen. Die Küche zu deinem Schlafzimmer. Eine Terasse vor der Küche, mit einem kleinen Weg nach hinten zum Gemüsebeet."
Plötzlich finde ich das auch.
Aber dann müssten alle Leitungen verlegt werden. Was für ein Aufwand. Die Küche nach hinten? Wirklich?
Sie sagt, ich brauche einen Architekten.
Ja, klar, dass mir das noch nicht eingefallen ist.
Yosef! Aus Haifa!
Da fällt mir ein, Carola hat mir neulich ihr großes Wohnzimmerfenster angeboten, mit Terassentür. Ich dachte, ich kann nichts damit anfangen. Ich ruf sie heute abend an.
Am Tor steht ein Mann und schaut zu uns, wie wir da im Garten stehen. Ich winke. Er lacht. Wer ist das? Habe ich einen Handwerkertermin vergessen?
"Ich geh mal eben schauen, ja?" Meryem folgt mir nach vorn zum Törchen.
"Guten Tag, R mein Name."
"Sehr erfreut, Christiane Schinkel."
Wir schütteln uns freundlich unsere Hände.
"Ich bin ein guter Nachbar der Siedlung, ich kenne hier alle. Ihren Hausvorbesitzer Herrn K habe ich auch gut gekannt."
"Wie schön!"
"Sie sollten die Wasserleitungen komplett neu verlegen. Das kann ich Ihnen nur raten. Komplett, ab Zuleitung." Er nickt und macht eine ernste Miene.
Wie kommt er denn jetzt darauf?
"Huhu!" ruft es plötzlich. Der Vereinsvorsitzende steht an seinem Fenster im ersten Stock seines Hauses, 30 Meter den Weg hinauf, und winkt zu uns herüber.
"Hallo!" Herr R winkt zurück. "Und wenn Sie mal Fragen haben, dann erzähle ich Ihnen gerne etwas. Nicht sagen, erzählen meine ich."
"Ja, da komme ich bestimmt sehr gern drauf zurück. Vielen Dank!"
"Tschüß!"
Herr R dreht sich um und geht weiter, zu seinem Freund dem Vereinsvorsitzenden.
"Bis bald."
"Das Fenster kommt inklusive Rolläden", sagt Carola abends am Telefon "Nächstes Frühjahr."
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