Das Holz der Vertäfelung ist unbehandelt. Deshalb eignet es sich als Brennholz. Katharina, meine Nachbarin Doris und mein Nachbar Christian holen sich alles brauchbare Holz aus meinem Garten. Der Sperrmüllhaufen schrumpft. Das finde ich gut.
Das am Vortag zerkleinerte Geäst bereite ich für die Kippenaktion am nächsten Wochenende vor. Es fällt auch einiges Laub und Nadeln an, die sich hier im letzten Jahr auf meinem Grund niedergelassen haben.
Ich befülle draußen drei Stunden lang Säcke damit und trage drinnen, in den verbleibenden zwei Stunden bis zum Anbruch der Dunkelheit, nach und nach all das Styropor von den Wänden ab, das Herr K für die Innenisolation verwendet hatte.
Es ist beachtlich, wieviel Styropor in ein so kleines Haus passt. Die Platten, in kleine Stücke gebrochen, verstaue ich eine nach der anderen in gelbe Säcke und führe sie so später in den umliegenden Straßen des Viertels der Wiederverwertung zu.
Heute bin ich wieder nicht fertig geworden damit.
The story of the HAUS - das Tagebuch der Geschichte unseres Hauses. Bitte denk dran, ein Blog ist von unten nach oben aufgebaut. Wenn du beginnen möchtest, fange mit der ersten Geschichte vom Januar 2009 an und lese dich dann hoch. Am Ende des ersten Kapitels gibt es einen kleinen Link "Neuerer Post". Den Klicken, dann kommt Kapitel 2, am Ende des zweiten Kapitels usw... Viel Spaß! Deine SCHINKEL-COMPANY
Sonntag, 31. Oktober 2010
Samstag, 30. Oktober 2010
39 Gartenaktion
Am ersten Novemberwochenende ist Vereins-Gartenaktion. Gemeinsam bekommen wir einen Container für alle Gartenabfälle. Hinten in meinem Garten liegt ein gefällter Baum, mit allem was dazu gehört. Der muss raus. Und sonst?
Frau F und der Wasserwart empfahlen mir, mich bald um die wilde Hecke zu kümmern, da sie sich schon fast über die eine Hälfte des Weges erstreckt.
Ich habe keine Ahnung. Bisher hatte ich mit Garten nie was am Hut. Auf meinem Balkon habe ich diverse Pflanzen gehabt. Die Pflanzen, die den Winter überlebten, durften auch den nächsten Sommer bei mir verbringen. Sonst eben nicht. Mir reichte das.
Jens!
Mein langjähriger Freund Jens ist Gärtner, Baumkletterer und -pfleger. Vor zwei Jahren haben wir uns das letzte Mal gesehen. Ich klingel bei ihm durch und erreiche ihn in Polen. Nachdem ich von meinem Häuschen erzähle, sagt er mir zu, gleich in der kommenden Woche Montag zu kommen und mal zu gucken, was wir da machen können. So steht er schon drei Tage später in meinem Garten und entwirft einen Plan. Wir legen einen Gartentag am nächsten Wochenende ein, er bringt sein Werkzeug mit, und dann geht es zur Sache.
Das Wetter ist bilderbuchtauglich für einen Gartentag wie diesen. Wir treffen uns um 12 Uhr, seine jüngste Tochter ist mitgekommen und hilft. Gegen 15 Uhr stößt eine meiner neuen Nachbarinnen dazu und hilft, Äste kleinzuschneiden.
Am Nachmittag hat er den gefällten Baum klein gesägt, die wilde Hecke nachbarschaftstauglich gezähmt, eine kleine Kiefer gefällt, die große Kiefer beschnitten, ein grünes Getüm ausgewurzelt und entfernt, alles, was hier nicht wachsen soll, zurückgeschnitten und den Komposthaufen umgesetzt.
Wir feiern das mit einer Pizza Casa Italiana. Ein sehr erfolgreicher Tag.
Frau F und der Wasserwart empfahlen mir, mich bald um die wilde Hecke zu kümmern, da sie sich schon fast über die eine Hälfte des Weges erstreckt.
Ich habe keine Ahnung. Bisher hatte ich mit Garten nie was am Hut. Auf meinem Balkon habe ich diverse Pflanzen gehabt. Die Pflanzen, die den Winter überlebten, durften auch den nächsten Sommer bei mir verbringen. Sonst eben nicht. Mir reichte das.
Jens!
Mein langjähriger Freund Jens ist Gärtner, Baumkletterer und -pfleger. Vor zwei Jahren haben wir uns das letzte Mal gesehen. Ich klingel bei ihm durch und erreiche ihn in Polen. Nachdem ich von meinem Häuschen erzähle, sagt er mir zu, gleich in der kommenden Woche Montag zu kommen und mal zu gucken, was wir da machen können. So steht er schon drei Tage später in meinem Garten und entwirft einen Plan. Wir legen einen Gartentag am nächsten Wochenende ein, er bringt sein Werkzeug mit, und dann geht es zur Sache.
Das Wetter ist bilderbuchtauglich für einen Gartentag wie diesen. Wir treffen uns um 12 Uhr, seine jüngste Tochter ist mitgekommen und hilft. Gegen 15 Uhr stößt eine meiner neuen Nachbarinnen dazu und hilft, Äste kleinzuschneiden.
Am Nachmittag hat er den gefällten Baum klein gesägt, die wilde Hecke nachbarschaftstauglich gezähmt, eine kleine Kiefer gefällt, die große Kiefer beschnitten, ein grünes Getüm ausgewurzelt und entfernt, alles, was hier nicht wachsen soll, zurückgeschnitten und den Komposthaufen umgesetzt.
Wir feiern das mit einer Pizza Casa Italiana. Ein sehr erfolgreicher Tag.
Montag, 25. Oktober 2010
38 Rundumvertäfelt
Herr K, der Vorbesitzer, mochte, wie es scheint, Holzvertäfelung. Das Haus ist komplett eingetäfelt. Decken und Wände eines jeden Raums sind damit eingedeckt, Wohnraum, Schlafraum, Küche, Bad, Flur. Es gibt nirgendwo eine unvertäfelte Stelle. Das Haus wirkt dunkel und klein.
"Das muss alles raus", sagt Thomas, der Mann meiner Freundin Meryem, "Komplett. Erst dann kann man anfangen zu planen."
Ich stelle mir vor, wie ich das alleine mache und weiß nicht so recht, wie ich anfangen sollte.
Da kommt mir zum Glück Rene zu Hilfe. Er ist 1,90 m groß und sehr stark. Zwei Tage fegt er durch das Haus, und lässt nichts Überflüssiges mehr drin. Erst zerkloppt er die Möbel und dann rupft er die Vertäfelung ab. Draußen vor dem Fenster stapelt sich derweil ein riesiger, wachsender Sperrmüllhaufen. Ich helfe, wo ich kann, aber eigentlich kann ich das nicht. Rene ist einfach top.
Als er das Badezimmer leert, höre ich ihn laut auflachen.
"Gut, dass du dich entschieden hast, die Badewanne zu entfernen", sagt er, "nach einem Abflussrohr habe ich umsonst gesucht, das Wasser lief einfach in ein Sickerloch unter der Wanne."
Mir wird deutlich, warum die Wand des Badezimmers feucht und schimmelig ist. Rene ist nicht so glücklich über das Haus wie ich. Alle paar Minuten hat er etwas Neues zu beanstanden. Nach den ersten Stunden fühle ich mich bereits deprimiert. Ich bekomme das Gefühl, total daneben gegriffen zu haben, einen Fehlkauf gemacht zu haben, den ich niemals im Stande sein würde zu renovieren, da die Kosten mein Budget über das Doppelte übersteigen müssten. Rene kennt sich gut aus. Ich nicht. Ich glaube ihm, was soll ich denn sonst machen.
Fast verzweifelt gehe ich durch meinen Garten.
"Bitte schickt mir Hilfe jetzt, damit ich mit meinem Budget hinkomme."
Mir fällt nichts anderes ein, als diesen Wunsch in die Luft zu sagen. Ich entscheide mich, daran zu glauben, dass es schon klappt. Mein Gefühl hat mich bisher doch noch nie getrügt.
30 Minuten später guckt jemand durch die Türe herein.
"Hallo!" ruft eine fröhliche Stimme "Ich habe von Frau F gehört, dass Sie Brennholz zu verschenken haben. Darf ich etwas davon haben?"
Allein die fröhliche Stimme macht mir schon Freude. Nach Renes stundenlanger kritischer Bewertung meiner Ruine ist sie eine Wohltat für meine Ohren.
Die Frau stellt sich als eine meiner 56 neuen Siedlungsnachbarn vor, hat gehört, dass ich Holz zu verschenken habe, freut sich, fragt, ob ich Hilfe brauche und stellt mir umgehend drei andere neue Nachbarn vor, die alle ihre Häuschen selbst fit gemacht haben, und mir gern helfen wollen. Ich solle einfach fragen, wenn ich Hilfe brauche. Zu guter Letzt schenkt mir ihre Freundin 1000 Liter Öl, das sie nicht mehr braucht, damit ich erstmal heizen kann.
Wie soll ich das jetzt nennen?
"Das muss alles raus", sagt Thomas, der Mann meiner Freundin Meryem, "Komplett. Erst dann kann man anfangen zu planen."
Ich stelle mir vor, wie ich das alleine mache und weiß nicht so recht, wie ich anfangen sollte.
Da kommt mir zum Glück Rene zu Hilfe. Er ist 1,90 m groß und sehr stark. Zwei Tage fegt er durch das Haus, und lässt nichts Überflüssiges mehr drin. Erst zerkloppt er die Möbel und dann rupft er die Vertäfelung ab. Draußen vor dem Fenster stapelt sich derweil ein riesiger, wachsender Sperrmüllhaufen. Ich helfe, wo ich kann, aber eigentlich kann ich das nicht. Rene ist einfach top.
Als er das Badezimmer leert, höre ich ihn laut auflachen.
"Gut, dass du dich entschieden hast, die Badewanne zu entfernen", sagt er, "nach einem Abflussrohr habe ich umsonst gesucht, das Wasser lief einfach in ein Sickerloch unter der Wanne."
Mir wird deutlich, warum die Wand des Badezimmers feucht und schimmelig ist. Rene ist nicht so glücklich über das Haus wie ich. Alle paar Minuten hat er etwas Neues zu beanstanden. Nach den ersten Stunden fühle ich mich bereits deprimiert. Ich bekomme das Gefühl, total daneben gegriffen zu haben, einen Fehlkauf gemacht zu haben, den ich niemals im Stande sein würde zu renovieren, da die Kosten mein Budget über das Doppelte übersteigen müssten. Rene kennt sich gut aus. Ich nicht. Ich glaube ihm, was soll ich denn sonst machen.
Fast verzweifelt gehe ich durch meinen Garten.
"Bitte schickt mir Hilfe jetzt, damit ich mit meinem Budget hinkomme."
Mir fällt nichts anderes ein, als diesen Wunsch in die Luft zu sagen. Ich entscheide mich, daran zu glauben, dass es schon klappt. Mein Gefühl hat mich bisher doch noch nie getrügt.
30 Minuten später guckt jemand durch die Türe herein.
"Hallo!" ruft eine fröhliche Stimme "Ich habe von Frau F gehört, dass Sie Brennholz zu verschenken haben. Darf ich etwas davon haben?"
Allein die fröhliche Stimme macht mir schon Freude. Nach Renes stundenlanger kritischer Bewertung meiner Ruine ist sie eine Wohltat für meine Ohren.
Die Frau stellt sich als eine meiner 56 neuen Siedlungsnachbarn vor, hat gehört, dass ich Holz zu verschenken habe, freut sich, fragt, ob ich Hilfe brauche und stellt mir umgehend drei andere neue Nachbarn vor, die alle ihre Häuschen selbst fit gemacht haben, und mir gern helfen wollen. Ich solle einfach fragen, wenn ich Hilfe brauche. Zu guter Letzt schenkt mir ihre Freundin 1000 Liter Öl, das sie nicht mehr braucht, damit ich erstmal heizen kann.
Wie soll ich das jetzt nennen?
Sonntag, 24. Oktober 2010
37 Alles muss raus
Jetzt geht es richtig los. Alle kommen, um sich das neue kleine süße Häuschen anzuschauen. Nachdem sich meine erste Faszination gesetzt hat, sehe ich mal in die Schränke hinein. Das Haus ist praktisch noch eingerichtet. Alles was keinen anderen als ideellen Wert besitzt, ist im Haus verblieben. Nur die Wertgegenstände wurden zuvor entfernt.
So ist also ein komplettes Haus zu entrümpeln. Die Herbstfereien verbringe ich damit, täglich Müll heraus zu tragen, es in mein Auto zu verstauen und es den verschiedenen Müllcontainern zuzuführen: Glas, Papier, Plastik, Restmüll, Sperrmüll. Da ich mit dem Auto nicht an das Grundstück heranfahren kann, leistet mir meine Sackkarre gute Dienste.
Jeder meiner Freunde findet etwas, was er oder sie noch nutzen kann. Darüber freue ich mich sehr. Ich mag den Opi, dem das Haus gehört hatte, obwohl ich ihm nie begegnet war. Es hängt eine angenehme liebevolle Atmosphäre in dem Haus, so dass ich fast das Gefühl entwickle, ich hätte es von ihm geerbt. Seine Sachen weiter zu nutzen, gibt mir das Gefühl der Würdigung seines Lebens.
Es fällt mir anfangs sehr schwer, sein Hab und Gut zu entsorgen. Doch als ich bemerke, wie ineffektiv meine Arbeit ist, wenn ich bei jedem Gegenstand überlege, ob man dies oder das noch benutzen könnte, entschließe ich mich für Tabula rasa.
Nach zwei Wochen ist das Haus weitestgehend leer geräumt.
So ist also ein komplettes Haus zu entrümpeln. Die Herbstfereien verbringe ich damit, täglich Müll heraus zu tragen, es in mein Auto zu verstauen und es den verschiedenen Müllcontainern zuzuführen: Glas, Papier, Plastik, Restmüll, Sperrmüll. Da ich mit dem Auto nicht an das Grundstück heranfahren kann, leistet mir meine Sackkarre gute Dienste.
Jeder meiner Freunde findet etwas, was er oder sie noch nutzen kann. Darüber freue ich mich sehr. Ich mag den Opi, dem das Haus gehört hatte, obwohl ich ihm nie begegnet war. Es hängt eine angenehme liebevolle Atmosphäre in dem Haus, so dass ich fast das Gefühl entwickle, ich hätte es von ihm geerbt. Seine Sachen weiter zu nutzen, gibt mir das Gefühl der Würdigung seines Lebens.
Es fällt mir anfangs sehr schwer, sein Hab und Gut zu entsorgen. Doch als ich bemerke, wie ineffektiv meine Arbeit ist, wenn ich bei jedem Gegenstand überlege, ob man dies oder das noch benutzen könnte, entschließe ich mich für Tabula rasa.
Nach zwei Wochen ist das Haus weitestgehend leer geräumt.
Sonntag, 17. Oktober 2010
36 Hilfe naht
Wie kann ich das, was jetzt auf mich zukommen wird, bloß bewältigen? Ich bin eine alleinstehende Frau. Ohne Familie in der Stadt. Von Hausrenovierung verstehe ich nichts; noch. Und es gibt viel zu tun, bis das Haus so ist, dass wir einziehen können.
Ludwig!
Ich denke an Monikas Mann.
Vor Monaten hatte ich ihm die hypothetische Frage gestellt, ob er mir wohl helfen würde, für den Fall, dass ich das Haus bekommen würde. Er kann fast alles, hat tolles handwerkliches Geschick. Damals sagte er ja, er würde das tun.
Nun wage ich fast nicht, ihn zu fragen. Das brauche ich auch nicht. Denn er erinnert sich sofort daran, und plant schon seine erste Reise nach Berlin, um sich das neue Häuschen anzuschauen und mir die bevorstehenden Isolationsarbeiten zu planen. Ich bin sehr gerührt, denn wieder einmal darf ich die Erfahrung machen, dass ich gar nicht so alleine bin.
Ludwig!
Ich denke an Monikas Mann.
Vor Monaten hatte ich ihm die hypothetische Frage gestellt, ob er mir wohl helfen würde, für den Fall, dass ich das Haus bekommen würde. Er kann fast alles, hat tolles handwerkliches Geschick. Damals sagte er ja, er würde das tun.
Nun wage ich fast nicht, ihn zu fragen. Das brauche ich auch nicht. Denn er erinnert sich sofort daran, und plant schon seine erste Reise nach Berlin, um sich das neue Häuschen anzuschauen und mir die bevorstehenden Isolationsarbeiten zu planen. Ich bin sehr gerührt, denn wieder einmal darf ich die Erfahrung machen, dass ich gar nicht so alleine bin.
Freitag, 15. Oktober 2010
35 Schlüsselübergabe
In der vergangenen Wochen haben wir uns geeinigt, die Rechtsabteilung der Sozialstation und ich. Der Erbschein liegt noch nicht vor. Deshalb miete ich das Haus erstmal. Wir schreiben die Kauf-/Verkaufsabsicht im Vertrag fest. Am Freitag liegen Vertrag und Schlüssel zur Abholung bereit.
Frau G und ich freuen uns gleichermaßen. Ich packe den Vertrag in meine Mappe und fahre, mit den Schlüsseln in der Tasche, glücklich zurück nach Hermsdorf.
Irgendwie wage ich nicht, das erste Mal allein ins Haus zu gehen. Deshalb fahre ich auf dem Weg den Schlenker zum Haus meiner Freunde Katharina und Werner.
"Endlich" rufen sie begeistert, "wir wollten Dich gestern schon anrufen. Es fühlte sich so an, als ob wir mit dem Daumendrücken aufhören können." Was für ein Gespür! Die beiden hatten sich schon seit Wochen mit mir gefreut. Katharina hüpft in mein Auto.
Als sie durch das Törchen geht, sich den Gang freimacht durch die zugewachsene Hecke, strahlt sie mich an. Auch sie liebt das Haus schon, bevor sie es überhaupt betreten hat.
"Wie schön das ist" schwärmt sie. Ich freue mich auf ein Neues.
Als ich die Haustür öffne und sie mit einem "Herzlich Willkommen" hinein bitte, kann sie ihre Verzückung kaum noch bremsen. Soll sie auch nicht, ich genieße ihre Begeisterung.
"Ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie es mal wird. Wie gemütlich! Es passt zu Dir, ich freue mich so für Dich."
Ich komme aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus.
Später kommt Antje noch eigens aus Friedrichshagen gereist, um sich das Häuschen anzuschauen. Sie kann verstehen, wie wichtig es für mich ist, meine Freude zu teilen. Mit ihrem Freund ist sie vor zwei Jahren umgezogen, und nach langen Singlejahren hat sie es sehr genießen können, diesen Schritt mit ihrem Liebsten gemeinsam zu begehen. Dass sie nun mir die Zeit schenkt, um mit mir zu feieren, erfüllt mich mit großer Freude.
Frau G und ich freuen uns gleichermaßen. Ich packe den Vertrag in meine Mappe und fahre, mit den Schlüsseln in der Tasche, glücklich zurück nach Hermsdorf.
Irgendwie wage ich nicht, das erste Mal allein ins Haus zu gehen. Deshalb fahre ich auf dem Weg den Schlenker zum Haus meiner Freunde Katharina und Werner.
"Endlich" rufen sie begeistert, "wir wollten Dich gestern schon anrufen. Es fühlte sich so an, als ob wir mit dem Daumendrücken aufhören können." Was für ein Gespür! Die beiden hatten sich schon seit Wochen mit mir gefreut. Katharina hüpft in mein Auto.
Als sie durch das Törchen geht, sich den Gang freimacht durch die zugewachsene Hecke, strahlt sie mich an. Auch sie liebt das Haus schon, bevor sie es überhaupt betreten hat.
"Wie schön das ist" schwärmt sie. Ich freue mich auf ein Neues.
Als ich die Haustür öffne und sie mit einem "Herzlich Willkommen" hinein bitte, kann sie ihre Verzückung kaum noch bremsen. Soll sie auch nicht, ich genieße ihre Begeisterung.
"Ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie es mal wird. Wie gemütlich! Es passt zu Dir, ich freue mich so für Dich."
Ich komme aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus.
Später kommt Antje noch eigens aus Friedrichshagen gereist, um sich das Häuschen anzuschauen. Sie kann verstehen, wie wichtig es für mich ist, meine Freude zu teilen. Mit ihrem Freund ist sie vor zwei Jahren umgezogen, und nach langen Singlejahren hat sie es sehr genießen können, diesen Schritt mit ihrem Liebsten gemeinsam zu begehen. Dass sie nun mir die Zeit schenkt, um mit mir zu feieren, erfüllt mich mit großer Freude.
Freitag, 8. Oktober 2010
34 Tag 1
Ich habe das Haus. Ich bekomme ein Haus. Ich bekomme dieses Haus!Wow!
Dieser Gedanke geht mir nun andauernd durch den Kopf.
Johannes kommt von der Schule.
"Es gibt Neuigkeiten" eröffne ich ihm.
"Ja?" fragt er, ein wenig zurückhaltend, so als ahnte er schon, was jetzt kommt. Die Idee mit dem Haus gefällt ihm deutlich weniger gut als mir. Sein Schulweg verlängert sich, das missfällt ihm, und er lässt nicht aus, mir das deutlich zu zeigen. Erst als er meine Enttäuschung bemerkt, nimmt er sich ein wenig zurück. Bis jetzt hat er das Haus noch nicht gesehen, deshalb dränge ich darauf, es ihm zu zeigen. Widerstrebend willigt er ein.
"Wieviel Kilometer sind es denn?" fragt er.
Ich schaue auf den Tacho.
"1,7 Km, 4 Minuten mit dem Fahrrad, das ist doch wohl nix." antworte ich und er schweigt.
Desinteressiert schlendert er den Fußweg entlang, der durch die Siedlung zu unserem Haus führt. Als das Dach zu sehen ist, zeige ich mit dem Finger darauf.
"Das hier ist es."
Ich bin unsicher, welche Reaktion mich jetzt erwartet. Er ist unzufrieden, das hat er bereits deutlich gemacht, vielleicht steigt jetzt der Kritikpegel? Was mache ich denn dann?
"Das hier?" fragt er "das kleine Häuschen?" Seine Stimme drückt Überraschung aus, und es schwingt Neugier im Ton. "Oh! Dieses kleine Häuschen?"
Ich schaue ihn an. Ich brauche nur einen kurzen Blick auf sein Gesicht, um zu erkennen, wie gern er es mag. Es ist Zuneigung auf den ersten Blick. Wir luken durch die wilde Hecke, die sich im Laufe des Jahres ohne Pflege frei entfalten konnte. Und dann freuen wir uns gemeinsam. Malen uns die nächsten Monate aus. Johannes macht die ersten Fotos.
Es wird großartig!
Ich bringe ihn zu seinem Freund und fahre dann nach Hause. Ich freue mich so sehr. Niemand ist da, mit dem ich meine Freude teilen könnte. Also poste ich die Neuigkeit erstmal auf facebook. Dafür liebe ich facebook. Ich kann mich mitteilen, und andere können sofort darauf reagieren. Ich brauche nicht mehr vor Mitteilungsdrang zu platzen, nur weil gerade niemand da ist. Es gibt viele nette Mitfreuer unter meinen Freunden. Das genieße ich. Freude zu teilen, macht sie noch kostbarer finde ich. Ich poste begeistert meine ersten Bilder und die Resonanz überwältigt mich. Ich hüpfe durch meine Wohnung.
Dieser Gedanke geht mir nun andauernd durch den Kopf.
Johannes kommt von der Schule.
"Es gibt Neuigkeiten" eröffne ich ihm.
"Ja?" fragt er, ein wenig zurückhaltend, so als ahnte er schon, was jetzt kommt. Die Idee mit dem Haus gefällt ihm deutlich weniger gut als mir. Sein Schulweg verlängert sich, das missfällt ihm, und er lässt nicht aus, mir das deutlich zu zeigen. Erst als er meine Enttäuschung bemerkt, nimmt er sich ein wenig zurück. Bis jetzt hat er das Haus noch nicht gesehen, deshalb dränge ich darauf, es ihm zu zeigen. Widerstrebend willigt er ein.
"Wieviel Kilometer sind es denn?" fragt er.
Ich schaue auf den Tacho.
"1,7 Km, 4 Minuten mit dem Fahrrad, das ist doch wohl nix." antworte ich und er schweigt.
Desinteressiert schlendert er den Fußweg entlang, der durch die Siedlung zu unserem Haus führt. Als das Dach zu sehen ist, zeige ich mit dem Finger darauf.
"Das hier ist es."
Ich bin unsicher, welche Reaktion mich jetzt erwartet. Er ist unzufrieden, das hat er bereits deutlich gemacht, vielleicht steigt jetzt der Kritikpegel? Was mache ich denn dann?
"Das hier?" fragt er "das kleine Häuschen?" Seine Stimme drückt Überraschung aus, und es schwingt Neugier im Ton. "Oh! Dieses kleine Häuschen?"
Ich schaue ihn an. Ich brauche nur einen kurzen Blick auf sein Gesicht, um zu erkennen, wie gern er es mag. Es ist Zuneigung auf den ersten Blick. Wir luken durch die wilde Hecke, die sich im Laufe des Jahres ohne Pflege frei entfalten konnte. Und dann freuen wir uns gemeinsam. Malen uns die nächsten Monate aus. Johannes macht die ersten Fotos.
Es wird großartig!
Ich bringe ihn zu seinem Freund und fahre dann nach Hause. Ich freue mich so sehr. Niemand ist da, mit dem ich meine Freude teilen könnte. Also poste ich die Neuigkeit erstmal auf facebook. Dafür liebe ich facebook. Ich kann mich mitteilen, und andere können sofort darauf reagieren. Ich brauche nicht mehr vor Mitteilungsdrang zu platzen, nur weil gerade niemand da ist. Es gibt viele nette Mitfreuer unter meinen Freunden. Das genieße ich. Freude zu teilen, macht sie noch kostbarer finde ich. Ich poste begeistert meine ersten Bilder und die Resonanz überwältigt mich. Ich hüpfe durch meine Wohnung.
33 Geburtstagspräsent
Ich übe und übe und übe. Eine Woche später habe ich Geburtstag. Ein Anruf vom Sozialdienst wär doch jetzt genau richtig. Der kommt, wenn auch mit zwei Tagen Verspätung. Und eigentlich war ich es, die angerufen hatte. Geduld ist eben etwas, was mich wirklich fordert. Macht ja nichts. Frau G begrüßt mich fröhlich.
"Ah, Frau Schinkel, ich wollte Sie auch gerade anrufen!"
Na, so ein Zufall.
"Ja?"
"Ja, gestern ist die Entscheidung gefallen."
"Ja?"
"Ja. Sie kriegen das Haus."
Ich bekomme mein Haus. Ich! bekomme! mein! Haus!
"Oh! Toll!"
Hurra! Hu-rra!
"Ah, Frau Schinkel, ich wollte Sie auch gerade anrufen!"
Na, so ein Zufall.
"Ja?"
"Ja, gestern ist die Entscheidung gefallen."
"Ja?"
"Ja. Sie kriegen das Haus."
Ich bekomme mein Haus. Ich! bekomme! mein! Haus!
"Oh! Toll!"
Hurra! Hu-rra!
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