Freitag, 8. Oktober 2010

34 Tag 1

Ich habe das Haus. Ich bekomme ein Haus. Ich bekomme dieses Haus!Wow!

Dieser Gedanke geht mir nun andauernd durch den Kopf.
Johannes kommt von der Schule.
"Es gibt Neuigkeiten" eröffne ich ihm.
"Ja?" fragt er, ein wenig zurückhaltend, so als ahnte er schon, was jetzt kommt. Die Idee mit dem Haus gefällt ihm deutlich weniger gut als mir. Sein Schulweg verlängert sich, das missfällt ihm, und er lässt nicht aus, mir das deutlich zu zeigen. Erst als er meine Enttäuschung bemerkt, nimmt er sich ein wenig zurück. Bis jetzt hat er das Haus noch nicht gesehen, deshalb dränge ich darauf, es ihm zu zeigen. Widerstrebend willigt er ein.
"Wieviel Kilometer sind es denn?" fragt er.
Ich schaue auf den Tacho.
"1,7 Km, 4 Minuten mit dem Fahrrad, das ist doch wohl nix." antworte ich und er schweigt.
Desinteressiert schlendert er den Fußweg entlang, der durch die Siedlung zu unserem Haus führt. Als das Dach zu sehen ist, zeige ich mit dem Finger darauf.
"Das hier ist es."
Ich bin unsicher, welche Reaktion mich jetzt erwartet. Er ist unzufrieden, das hat er bereits deutlich gemacht, vielleicht steigt jetzt der Kritikpegel? Was mache ich denn dann?
"Das hier?" fragt er "das kleine Häuschen?" Seine Stimme drückt Überraschung aus, und es schwingt Neugier im Ton. "Oh! Dieses kleine Häuschen?"
Ich schaue ihn an. Ich brauche nur einen kurzen Blick auf sein Gesicht, um zu erkennen, wie gern er es mag. Es ist Zuneigung auf den ersten Blick. Wir luken durch die wilde Hecke, die sich im Laufe des Jahres ohne Pflege frei entfalten konnte. Und dann freuen wir uns gemeinsam. Malen uns die nächsten Monate aus. Johannes macht die ersten Fotos.

Es wird großartig!

Ich bringe ihn zu seinem Freund und fahre dann nach Hause. Ich freue mich so sehr. Niemand ist da, mit dem ich meine Freude teilen könnte. Also poste ich die Neuigkeit erstmal auf facebook. Dafür liebe ich facebook. Ich kann mich mitteilen, und andere können sofort darauf reagieren. Ich brauche nicht mehr vor Mitteilungsdrang zu platzen, nur weil gerade niemand da ist. Es gibt viele nette Mitfreuer unter meinen Freunden. Das genieße ich. Freude zu teilen, macht sie noch kostbarer finde ich. Ich poste begeistert meine ersten Bilder und die Resonanz überwältigt mich. Ich hüpfe durch meine Wohnung.

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