Freitag, 15. Oktober 2010

35 Schlüsselübergabe

In der vergangenen Wochen haben wir uns geeinigt, die Rechtsabteilung der Sozialstation und ich. Der Erbschein liegt noch nicht vor. Deshalb miete ich das Haus erstmal. Wir schreiben die Kauf-/Verkaufsabsicht im Vertrag fest. Am Freitag liegen Vertrag und Schlüssel zur Abholung bereit.

Frau G und ich freuen uns gleichermaßen. Ich packe den Vertrag in meine Mappe und fahre, mit den Schlüsseln in der Tasche, glücklich zurück nach Hermsdorf.
Irgendwie wage ich nicht, das erste Mal allein ins Haus zu gehen. Deshalb fahre ich auf dem Weg den Schlenker zum Haus meiner Freunde Katharina und Werner.
"Endlich" rufen sie begeistert, "wir wollten Dich gestern schon anrufen. Es fühlte sich so an, als ob wir mit dem Daumendrücken aufhören können." Was für ein Gespür! Die beiden hatten sich schon seit Wochen mit mir gefreut. Katharina hüpft in mein Auto.

Als sie durch das Törchen geht, sich den Gang freimacht durch die zugewachsene Hecke, strahlt sie mich an. Auch sie liebt das Haus schon, bevor sie es überhaupt betreten hat.
"Wie schön das ist" schwärmt sie. Ich freue mich auf ein Neues.

Als ich die Haustür öffne und sie mit einem "Herzlich Willkommen" hinein bitte, kann sie ihre Verzückung kaum noch bremsen. Soll sie auch nicht, ich genieße ihre Begeisterung.

"Ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie es mal wird. Wie gemütlich! Es passt zu Dir, ich freue mich so für Dich."
Ich komme aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus.

Später kommt Antje noch eigens aus Friedrichshagen gereist, um sich das Häuschen anzuschauen. Sie kann verstehen, wie wichtig es für mich ist, meine Freude zu teilen. Mit ihrem Freund ist sie vor zwei Jahren umgezogen, und nach langen Singlejahren hat sie es sehr genießen können, diesen Schritt mit ihrem Liebsten gemeinsam zu begehen. Dass sie nun mir die Zeit schenkt, um mit mir zu feieren, erfüllt mich mit großer Freude.

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