Sonntag, 24. Oktober 2010

37 Alles muss raus

Jetzt geht es richtig los. Alle kommen, um sich das neue kleine süße Häuschen anzuschauen. Nachdem sich meine erste Faszination gesetzt hat, sehe ich mal in die Schränke hinein. Das Haus ist praktisch noch eingerichtet. Alles was keinen anderen als ideellen Wert besitzt, ist im Haus verblieben. Nur die Wertgegenstände wurden zuvor entfernt.

So ist also ein komplettes Haus zu entrümpeln. Die Herbstfereien verbringe ich damit, täglich Müll heraus zu tragen, es in mein Auto zu verstauen und es den verschiedenen Müllcontainern zuzuführen: Glas, Papier, Plastik, Restmüll, Sperrmüll. Da ich mit dem Auto nicht an das Grundstück heranfahren kann, leistet mir meine Sackkarre gute Dienste.

Jeder meiner Freunde findet etwas, was er oder sie noch nutzen kann. Darüber freue ich mich sehr. Ich mag den Opi, dem das Haus gehört hatte, obwohl ich ihm nie begegnet war. Es hängt eine angenehme liebevolle Atmosphäre in dem Haus, so dass ich fast das Gefühl entwickle, ich hätte es von ihm geerbt. Seine Sachen weiter zu nutzen, gibt mir das Gefühl der Würdigung seines Lebens.

Es fällt mir anfangs sehr schwer, sein Hab und Gut zu entsorgen. Doch als ich bemerke, wie ineffektiv meine Arbeit ist, wenn ich bei jedem Gegenstand überlege, ob man dies oder das noch benutzen könnte, entschließe ich mich für Tabula rasa.

Nach zwei Wochen ist das Haus weitestgehend leer geräumt.

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