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"Na, ich." antworte ich. Es ist ja sonst auch keiner da.
"Nee" sagt er, "nee, du? Danach hast du kein Leben mehr. Das schaffst du nicht."
"Wieso?" wundere ich mich, "ich glaube, du unterschätzt mich. Ich bin zäh."
"Ja, aber das ist zu schwer."
Na, das wollen wir doch mal sehen.
Abends kehre ich das Zimmer besenrein. Den Schutt habe ich in meine Kippe gebracht. Allein. Warum auch nicht.
Die nette Vereins-Schriftführerin und ihr Freund kommen vorbei, um sich das Haus anzuschauen.
"Das sieht ja schon ganz anders aus. Heller, größer, luftiger", staunen sie. Von Luft habe ich in den letzten Stunden nicht wirklich viel gemerkt, obwohl ich glaube, dass auch davon ein wenig im Raum hing, gut versteckt zwischen den Myriarden von Staubpartikelchen, die mich jede Sekunde meine Staubmaske haben genießen lassen.
"Mein Kumpel hat gesagt, ich schaffe nicht, den Schutt wegzukarren. Aber was ich will, das gelingt mir auch."
"Das ist mir auch schon aufgefallen" sagt sie und ich frage mich noch, wie sie das meint. Sie kennt mich doch noch gar nicht lange.
"Fleißig, fleißig." lobt sie und hängt "Das wird richtig schön." hintendran.
Das ist das Schönste, was ich zur Zeit hören mag. Am liebsten lade ich mir Leute ein, die in der Lage sind, zu sagen "Das wird richtig schön!" Mit Ausrufenzeichen gefällt es mir besonders gut. Weniger beliebt ist bei mir der Satz "Oh, das ist aber noch richtig viel Arbeit.", womöglich noch kombiniert mit einem Stirnrunzeln oder einem betroffenen Blick im Gesicht. Es liegt nicht daran, dass sie nicht recht hätten, als vielmehr daran, dass dieser Spruch demotivierend wirkt. Das merken die "Oh, das ist aber noch richtig viel Arbeit."-Sager natürlich nicht, sie meinen es ja auch nur gut mit mir. Ich aber merke das, und deshalb habe ich mir jetzt schon eine flotte Antwort zum Ausbremsen der im Satz versteckten Mutlosigkeit ausgedacht.
Ich sage dann "Ja, ist das nicht toll? Und wie schön es dann wird, ich freu mich schon!" Meist fällt ihnen dann nichts mehr ein, weil sie ihren Faden an mich verloren haben. Vielleicht ist Faden abnehmen nicht so angesagt, aber das hier ist mein Haus, und da bestimme ich, wieviel Negativität ich hineinlasse.
Meine andere Nachbarin darf auch gern wiederkommen.
"Wow, sieht schon viel größer aus", sagt sie, und "Das wird sehr schön, das kann ich mir schon gut vorstellen." Wir nicken beide.
"Komm doch mal wieder, hier tut sich jeden Tag was Neues." biete ich ihr an. Und dann gehe ich zufrieden nach Haus.



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