Es wird nicht wärmer, und da dachte ich, besprech ich noch schnell mit meiner Nachbarin, wie ich mir das Öl abholen kann, das sie mir geschenkt hatte. Als ich klingele, lugt sie um die Ecke ihres Häuschens.
"Wer da?"
"Hallo, ich bins, Christiane Schinkel. Doris hatte mich Ihnen vorgestellt, Sie haben mir vor einer guten Woche das Öl geschenkt."
"Ah, hallo! Gut, dass Sie da sind, ich wollte schon gern mit Ihnen reden."
Ein ernster Unterton schwingt in ihrer Stimme mit, etwas, was mir nicht so richtig gefällt.
"Ja?"
"Ja. Wissen Sie, das mit dem Öl, das klappt leider nicht."
"Nein?"
"Nein. Ich habe es schon vorher jemand angeboten, und da war ich wohl etwas vorschnell mit Ihnen. Er hat jetzt jemand gefunden, der es abnimmt."
"Ach."
"Es ist auch schon abgeholt. Zwei waren hier, und haben es gleich abgepumpt und mitgenommen."
Kein Öl. Das Öl ist bereits verschenkt. Da disponiere ich gedanklich gleich mal um. Wer weiß wofür es gut ist.
"Es tut mir leid", sagt sie und wirkt verlegen.
"Ist schon gut." sage ich, "Es ist ein wenig enttäuschend, weil sie es mir ja geschenkt hatten. Aber nun, wenn es jetzt so ist, dann ist es eben jetzt so."
"Ja?" Sie schaut mich forschend an, ob ich wirklich meine, was ich da gerade sage.
Ich meine wirklich, was ich da gerade sage.
"Immerhin haben Sie mir an dem Tag, und für die folgenden zwei Wochen, eine große Freude bereitet", beruhige ich sie, "Das hat mir auch schon sehr geholfen."
So richtig sicher scheint sie sich nicht zu sein, wie ich das meine. Aber anders kann ich es auch nicht sagen. Tatsächlich ist es ja keine so schöne Sache, Wort ist Wort, sollte man meinen. Aber das hält ja jeder wie er kann. Oder sie.
Als ich zurück zu meinem Häuschen schlendere, überlege ich, wie ich die Räume während der Renovierung warm bekomme. Und beschließe, dass sich eine viel bessere Lösung auf ganz leichte Weise eröffnen wird, und dass ich sofort aufhören kann, anzufangen, mir darüber Gedanken zu machen. Zeitverschendung. Lieber freue ich mich noch ein bisschen, beim Näherkommen zu sehen, wie mein Haus aus dem Fenster hell in die Dunkelheit meines Gartens leuchtet. Wie schön und heimelig das schon aussieht! Wie schön und heimelig es dann in Wirklichkeit bald schon ist!! Das ist meine Freude heute.
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